Trebsen - Neun Tage nach dem von der Staatsanwaltschaft als versuchtes Tötungsdelikt gewerteten Brandanschlag auf ein Wohnhaus im Trebsener Ortsteil Seelingstädt hat die Polizei am Dienstag ein nahes Steinbruch-Gelände nach weiteren Brandsätzen abgesucht. Vor der Tat hat der mutmaßliche Brandstifter sein Vorhaben offenbar mit kruden Anspielungen auf Facebook angekündigt.
Dutzende Bereitschaftspolizisten haben am Dienstagmorgen rund um den stillgelegten Steinbruch Seelingstädt Suchketten gebildet. Mit langen Metallstangen durchforsteten sie das bewaldete und bei Wanderern beliebte Gelände.
Wie TAG24 aus Ermittlerkreisen erfuhr, suchten die Einsatzkräfte nach versteckten Brandsätzen, Benzinkanistern und weiteren Beweismitteln in Zusammenhang mit dem Brandanschlag vom 12. Juli.
Der Tag war erst 20 Minuten alt, als damals zwei Brandsätze in den Wintergarten eines Wohnhauses an der Trebsener Straße flogen. Hausherr Ronald H. (59) wurde von den Geräuschen wach und konnte das Feuer selbst löschen. Da er und seine Frau (63) im Schlaf überrascht wurden, geht die Kripo davon aus, dass der Täter den Flammentod der beiden beabsichtigte oder zumindest billigend in Kauf nahm.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither wegen versuchten Totschlags.
Wirrer Facebook-Post: "Und das Feuer öffnet das Tor zur Hölle ..."
Kurz nach dem Anschlag hatte die Polizei einen Verdächtigen festgenommen - Michael H. (47), den kleinen Bruder des Hausbesitzers. Der Wahnsinnstat sei ein jahrelanger Streit um Grundstücksrechte vorausgegangen, berichteten Verwandte gegenüber TAG24.
Der studierte Elektrotechniker, der einst als Entwicklungsingenieur in der Automobilindustrie arbeitete, sei darüber "psychisch zerbrochen".
Anderthalb Tage vor dem Brandanschlag postete Michael H. krude Dinge auf Facebook, die aus heutiger Sicht wie eine Ankündigung des Anschlags klingen. "Und das Feuer öffnet das Tor zur Hölle und zeigt den Kandidaten den Weg zum Underworse!", fabulierte er etwa und kündete von einer "Mission".
Seit der Festnahme ist der Vater zweier Kinder in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Die Suche nach Beweismitteln endete am Dienstagmittag.
Laut Polizei wurden "mehrere Gegenstände" gefunden. Details dazu wollte die Behörde nicht nennen.