"Bye, bye Schmiererei": Bürgermeister von Bannewitz fordert Amtskollegen heraus
Bannewitz-Possendorf - Der Bürgermeister von Bannewitz, Heiko Wersig, hat die Challenge "Bye, bye Schmiererei" gestartet, um ein Zeichen gegen Vandalismus zu setzen, und dabei auch Amtskollegen nominiert. Wie es zu der Aktion kam und was die anderen Stadtoberhäupter nun planen - TAG24-Redakteurin Isabel Klemt hat nachgefragt.
Wie Heiko Wersig gegenüber TAG24 verrät, wurde die Challenge durch eine frühere Aktion des Ortschaftsrates Possendorf inspiriert.
"Dort wurde ein tolles Video mit illegalen Sprayern am Possendorfer Tunnel gedreht, die anschließend zur Wiedergutmachung einen Baum gepflanzt haben", berichtet Wersig.
Diese kreative Herangehensweise habe ihn motiviert, selbst aktiv zu werden. Gemeinsam mit Mitarbeitern des kommunalen Bauhofes sowie einem Hausmeister der örtlichen Schule packte der Bannewitzer Bürgermeister schließlich selbst mit an und sorgte dafür, dass zuvor beschmierte Flächen des Fußgängertunnels unterhalb der B170 im Ortsteil Possendorf wieder in neuem Glanz erstrahlten.
"Mir ist es wichtig, die Arbeitsschritte selbst einmal ausgeführt zu haben, um ein Verständnis für diesen Arbeitsumfang zu bekommen", betont Wersig.
Dabei griff die Gemeinde auf eine Spezialfarbe zurück, dank der sich künftige Schmierei leichter von Wänden entfernen lässt.
Die Arbeiten sollen bis zum Sommer schrittweise fortgesetzt werden.
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Wersig nominierte weitere Amtskollegen zum Mitmachen
Mit seiner Mitmach-Aktion möchte Wersig eine breit angelegte Bewegung für saubere Orts- und Stadtbilder anstoßen und zugleich für einen verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichem Eigentum sensibilisieren.
Dazu nominierte er den Bürgermeister Sven Gleißberg aus Glashütte, die Oberbürgermeisterin Kerstin Körner aus Dippoldiswalde sowie den Oberbürgermeister Uwe Rumberg aus Freital zur Teilnahme an der Aktion.
Auf TAG24-Anfrage erklärte Sven Gleißberg: "Als Stadt Glashütte haben wir uns bereits in der Vergangenheit intensiv sowohl mit Graffiti-Kunstwerken als auch mit unerwünschten Schmierereien auseinandergesetzt. Durch konsequente Maßnahmen ist es uns gelungen, dass aktuell keine größeren Graffiti auf kommunalen Flächen im Stadtgebiet vorhanden sind". Er werde dennoch Bürgermeisterkollegen nominieren, "um die Initiative zusätzlich zu verbreiten", so Gleißberg.
Auch Kerstin Körner teilte gegenüber TAG24 mit, dass sie die Challenge unterstütze und das Stadtbild von Dippoldiswalde aufwerten möchte. "Stellen, wo aktuelle vorhandene Schmierereien beseitigt werden können gibt es im gesamten Stadtgebiet", so die Oberbürgermeisterin aus Dippoldiswalde. "Konkrete Maßnahmen zur Beseitigung" werden derzeit geprüft, heißt es weiter.
Legale Graffitiaktionen finanziell unterstützen
Der Pressesprecher von Freital, Matthias Weigel, kündigte auch an, dass die Challenge angenommen wird, wenn auch in etwas abgewandelter Form.
Denn die Stadt möchte legale Graffitiaktionen finanziell unterstützen und damit "für eine aktive Verschönerung der Stadt sorgen". Dabei gestalten Graffitikünstler verschiedene Brennpunkte, darunter Bahnunterführungen. "Zuletzt war das an der Dresdner Straße / Tharandter Straße in Potschappel der Fall. Diese Unterführungen sind oft stark mit wilden Schmierereien verschandelt", so Weigel. Und weitere Orte seien geplant.
"Durch die legalen Graffiti erhalten sie eine attraktive Aufwertung und zugleich, zumindest wenn man dem Kodex der Szene folgt, einen wirksamen Schutz vor wildem Graffiti", ergänzt er.
Die Aktion kommt gut an
Die Resonanz auf die Aktion von Wersig fällt durchweg positiv aus. "Die Bevölkerung nimmt die Aktion dankbar an und freut sich über dieses sichtbare Zeichen gegen Vandalismus und Verschmutzung hin zu einer sauberen und liebenswerten Kommune", so der Bürgermeister von Bannewitz.
Die Gemeinde ist Mitglied in der Allianz Sichere Sächsische Kommunen und orientiert sich dabei an der Broken-Windows-Theorie.
Diese geht davon aus, dass sichtbare Zeichen von Verwahrlosung oder Vandalismus weitere Ordnungsprobleme begünstigen können, während konsequentes Eingreifen und ein gepflegtes Umfeld präventiv wirken und weiteren Schäden entgegensteuern.
Wersig ist überzeugt, dass man "immer einmal mehr etwas reparieren, wegräumen oder übermalen beziehungsweise abwaschen" müsse, als nachzugeben und ein Ortsbild entstehen zu lassen, das man nicht haben möchte.
Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel

