DDR-Relikt sorgt für Kopfschütteln: Warum dieser Trabi seit 20 Jahren einfach stehen bleibt
Von Lutz Brose
Schkeuditz - Vor nunmehr 20 Jahren rückten im Schkeuditzer Ortsteil Freiroda (Nordsachsen) Abrissbagger an, um einen alten Bauernhof platt zu machen. Doch bevor die schweren Geräte zubissen, wurde eine Entdeckung gemacht, die bis heute mehr oder weniger bestehen blieb.
Die mit dem Rückbau beauftragten Arbeiter fanden einen Trabant 601 auf dem Hof.
Weil das DDR-Kult-Auto unversehrt schien, schoben die Arbeiter das gute Stück aus der Gefahrenzone und parkten es an der Hauptstraße im Ort.
Nachdem vom Bauernhof nichts mehr übrig war, wurde der Trabi auch noch mittels Bauzaun gesichert.
Mit der Zeit ist nicht nur das sprichwörtliche Gras über die Sache gewachsen. Von dem Auto ist nur noch übrig, was Ersatzteil-Jäger verschmäht haben: Schrott, soweit man bei einem Trabanten davon sprechen kann.
Daher gehört die Rostlaube eigentlich auf einen Schrottplatz, unabhängig davon, ob sie auf öffentlichen oder privatem Grund abgestellt ist.
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Kommt der Trabant bald auf den Schrottplatz?
Die zuständige Umweltbehörde vom Landratsamt (LRA) Nordsachsen sieht den Fall jedoch entspannt und teilt dazu auf Anfrage mit: "Bei unserem Vororttermin konnten keine auslaufenden Betriebsmittel oder Ähnliches festgestellt werden."
Kein Wunder, denn nach 20 Jahren war wohl der letzte Tropfen Öl längst im Erdboden versiegt.
Denn Fledderer hatten vor Ort Motor samt Getriebe schon ausgebaut.
Weiter schreibt das LRA, "Aufgrund der fehlenden Entledigungsabsicht (Entledigungswille) liegt somit nach derzeitiger Ansicht keine Abfalleigenschaft gemäß KrWG vor, da der Entledigungswille eine zentrale Voraussetzung für die Einstufung als Abfall ist. Fehlt dieser Wille, gilt der Gegenstand nicht als Abfall, auch wenn er potenziell Abfallmerkmale aufweisen könnte".
So bleibt der Trabant 601 Freiroda auch weiter erhalten.
Titelfoto: Montage: Lutz Brose

