"Die Stimme Mitteldeutschlands"-Teilnehmer packen über Absage aus: Veranstalter versteht die Welt nicht mehr

Freital/Rathen - Erst Freital, dann Rathen: Gleich zwei Kommunen haben die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter von "Die Stimme Mitteldeutschlands" beendet. Nun packen Teilnehmer des Gesangswettbewerbs gegenüber TAG24 über ihre Erfahrungen aus. Auch (Ex-) Veranstalter Helge Schönlebe äußert sich.

Peter Pfitzenreiter (l.), Erster Bürgermeister von Freital, und Rathens Bürgermeister Roman Rolof (r.) haben die Zusammenarbeit mit Veranstalter Helge Schönlebe beendet.  © Bildmontage: Holm Helis, Daniel Förster

Die Stadt Freital hatte die Reißleine gezogen und den Vertrag mit der Isla Verde Stage & Management UG fristlos gekündigt. Als Grund nannte sie "unüberbrückbare Differenzen". Damit findet auch das Finale von "Die Stimme Mitteldeutschlands" anders als geplant nicht beim Windbergfest statt.

Kurz darauf beendete auch die Gemeinde Rathen die Zusammenarbeit mit Helge Schönlebe. Das geplante Benefizkonzert am 4. September soll nun ohne ihn stattfinden.

Die Stadt will sich zu den konkreten Hintergründen nicht öffentlich äußern. Auch aus Rathen gibt es bislang keine näheren Angaben dazu. TAG24 hat Bürgermeister Roman Rolof angefragt, was genau zur Beendigung der Zusammenarbeit geführt hat. Eine Antwort steht noch aus.

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Was sich hinter den Kulissen abgespielt hat, bleibt von offizieller Seite damit bislang weitgehend offen. Doch auch aus den Reihen der Teilnehmer von "Die Stimme Mitteldeutschlands" gibt es Hinweise darauf, dass nicht alles reibungslos lief.

Steffi, eine Halbfinalistin des Wettbewerbs, berichtet TAG24 von Erfahrungen, die sie rückblickend kritisch bewertet. "Aus meiner Sicht kann ich dir nur sagen, dass der ganze Wettbewerb schon mit der Bewerbungsphase vom Halbfinale viele komische, für mich als unangenehm einzustufende Momente mit sich zog."

Als Beispiele nennt sie Spendenaufrufe für den Wettbewerb, einen aus ihrer Sicht "mageren Informationsfluss" bei der Koordination und Organisation im Gruppenchat sowie einen "anderen Umgang mit/von einigen der Finalisten". Genauere Angaben wollte sie dazu jedoch nicht machen.

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Finalisten entscheiden sich dazu, aus dem Wettbewerb auszusteigen

"Die Stimme Mitteldeutschlands" ist ein regionaler Gesangswettbewerb für Amateur-Sänger aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg. (Archivfoto)  © Thomas Türpe

Auch Finalistin Isabell äußert sich auf Instagram und lässt dabei durchblicken, dass nicht alles rund lief bei dem Contest. Sie erklärt, dass sich die Finalisten geschlossen dazu entschieden hätten, sich aus dem Wettbewerb "rauszunehmen".

Ein ähnliches Bild zeichnet Kandidatin Susann auf TAG24-Anfrage: "Ich habe die Organisation und einige Abläufe während des Wettbewerbs durchaus als etwas intransparent und nicht besonders strukturiert wahrgenommen."

In Facebook-Kommentaren zum Wettbewerb wird dem Veranstalter zudem unter anderem ein "unfairer Wettbewerb" vorgeworfen. Zudem heißt es, dass "Gelder veruntreut" worden seien. Helge Schönlebe weist die Vorwürfe jedoch entschieden zurück!

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Im Gespräch mit TAG24 räumt der Veranstalter aber Fehler ein und zeigt sich selbstkritisch. So sei sein Finanzkonzept nicht aufgegangen, weshalb er über die Crowdfunding-Plattform 99Funken, ein Angebot der Sparkassen, um Unterstützung gebeten habe.

Aufgrund des nun ausfallenden Finales sei die Kampagne jedoch aufgelöst worden. Die eingegangenen Spenden würden zurückgezahlt werden, erklärt Schönlebe. Der entsprechende Schriftverkehr mit der Bank liegt TAG24 vor.

Für die verbleibenden Kosten komme er nach eigener Aussage mit seinem Privatvermögen auf. Ihm sei es nie darum gegangen, selbst etwas in die Tasche zu stecken, sondern darum, Talente zu fördern, betont der Veranstalter.

Veranstalter Helge Schönlebe spricht von einem "Tiefschlag"

Schönlebe trifft die Entwicklung schwer.  © Norbert Neumann

Schönlebe erzählt, dass er Anfang der Woche eine Mail erhalten habe, in der ihm mitgeteilt worden sei, dass die Finalisten aus dem Wettbewerb zurücktreten. Die Gründe dafür seien ihm nicht klar. Kurz darauf sei die Entscheidung der Stadtverwaltung gefolgt.

"Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Gleichzeitig können wir nachvollziehen, dass die Stadt Freital auf Grundlage ihrer Bewertung der weiteren Zusammenarbeit zu dieser Entscheidung gekommen ist. Wir respektieren und akzeptieren diesen Schritt", so Schönlebe. Auf Einzelheiten ging er nicht ein. Böses Blut gebe es von seiner Seite aus nicht.

Über die Entscheidung der Gemeinde Rathen zeigt er sich hingegen überrascht. Im Zusammenhang mit dem geplanten Benefizkonzert erklärt er, von der Beendigung der Zusammenarbeit erst durch die Pressemitteilung der Gemeinde erfahren zu haben. Ihm habe es am Herzen gelegen, die Betroffenen in Rathen mit dem Benefizkonzert zu unterstützen.

"Über die Gründe dieser Entscheidung fehlen mir jegliche Informationen. Ich kann diese Entscheidung leider nur akzeptieren", sagt er. Ihn selbst treffe die Entwicklung schwer. Er bezeichnet sie als "Tiefschlag".

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