Droht Sachsen der nächste Dürre-Sommer? Anhaltende Trockenheit und kein Regen
Dresden - Sachsen erlebt ungewöhnlich frühsommerliche Temperaturen. Die Wärme verschärft dabei ein Problem, das nie wirklich verschwunden ist: die Trockenheit. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) steigen die Temperaturen regional auf bis zu 28 Grad. Gleichzeitig fehlen weiterhin nachhaltige Niederschläge.
Zwar brachte eine Regenphase Mitte April kurzfristig Entlastung. Innerhalb weniger Tage fiel in Teilen des Freistaats nahezu der gesamte übliche Monatsniederschlag - lokal zwischen 30 und 40 Litern pro Quadratmeter. Doch dieser Effekt verpuffte schnell. Messungen zeigen, dass ein Großteil des Wassers entweder oberflächlich abfloss oder rasch verdunstete.
Besonders deutlich wird die Entwicklung an kleineren Flüssen: Pegelstände stiegen nach dem Regen kurzfristig stark an, fielen jedoch binnen weniger Tage wieder auf Niedrigwasser-Niveau zurück. Laut Umweltbehörden zeigt bereits etwa jeder zweite Pegel eine Niedrigwasserwarnung - ein Zustand, der sonst erst im Hochsommer typisch ist.
Der DWD bestätigt diese Entwicklung mit seinen agrarmeteorologischen Analysen. Zwar sind die oberen Bodenschichten derzeit noch ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt, doch dieser Vorrat ist begrenzt.
Bei anhaltend warmem Wetter kann er innerhalb weniger Tage aufgebraucht sein. Entscheidend wäre nun langanhaltender, gleichmäßiger Regen. Kurze, intensive Schauer helfen dagegen kaum, da das Wasser oft nicht tief genug in den Boden eindringen kann.
Langfristig bleibt die Lage angespannt: Seit Ende 2017 hat sich in Sachsen ein erhebliches Niederschlagsdefizit aufgebaut. Insgesamt fehlen inzwischen mehr als 500 Liter pro Quadratmeter im Vergleich zum langjährigen Mittel. Auch der Winter brachte kaum Entlastung, da Schnee als wichtiger Wasserspeicher weitgehend ausblieb.
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Frühsommerhitze trifft auf anhaltende Trockenheit: Sachsen könnte auf die nächste Dürre zusteuern
Die aktuelle Wetterlage verschärft die Situation zusätzlich. Noch dominiert trockene Kontinentalluft aus dem Nordosten. Erst zum Wochenwechsel erwarten Meteorologen einen Wechsel zu feuchterer Luft aus Westen - verbunden mit einzelnen Schauern und Gewittern.
Ein flächendeckender Landregen, der Böden und Grundwasser nachhaltig auffüllen könnte, ist jedoch laut DWD-Prognosen vorerst nicht in Sicht.
Damit deutet sich bereits zu Beginn des Sommers ein bekanntes Muster an: Sachsen droht erneut eine Dürreperiode - mit potenziellen Folgen für Landwirtschaft, Wälder und Wasserhaushalt.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
