Enttäuschung bei Spülmittel-Test: "fit" mit "mangelhaft"auf letztem Platz
Dresden - Dieses Testergebnis hat sich gewaschen: Bei einem Öko-Test für Spülmittel fiel das sächsische Kult-Produkt "fit" durch und landete auf dem letzten Platz.
Der Haushaltsklassiker aus dem sächsischen Hirschfelde bei Zittau wurde im Test mit 25 anderen Produkten gerade mal mit "mangelhaft" bewertet. Sauberkeit war allerdings nicht das Problem, vielmehr was im Spüli drinsteckt.
Bei "fit" fand Öko-Test erhöhte Werte von Formaldehyd. Im Labor wurde "mehr Formaldehyd nachgewiesen, als in abspülbarer Kosmetik erlaubt sei". Wer jetzt stutzt und denkt - Spülmittel ist Kosmetik? - sollte beachten, dass Nutzer ähnlich intensiven Hautkontakt mit Spülmittel haben, wie zum Beispiel mit Duschgel. Deswegen wurde der Stoff "gleich streng" in den Laboruntersuchungen bewertet.
Die Einschätzung des Umweltbundesamtes zu Formaldehyd liest sich bedrohlich: "giftig beim Verschlucken, giftig bei Berührung mit der Haut, verursacht schwere Verätzungen der Haut und Augenschäden, giftig beim Einatmen, steht im Verdacht, genetische Defekte zu verursachen und kann eine allergische Hautreaktion hervorrufen."
Seit Juni 2014 stuft die EU den Stoff sogar als "kann Krebs erzeugen" ein.
Gegenüber MDR Sachsen erklärte das Unternehmen: "Formaldehyd wird unseren Produkten nicht direkt zugesetzt, sondern entsteht als natürliche Reaktion von Konservierungsstoffen." Die Inhaltsstoffe von "fit" seien zudem EU-weit zugelassen.
Spülmittel "fit" fiel schon 2018 beim Test durch
2015 schnitt das DDR-Kultprodukt übrigens noch besser ab: Stiftung Warentest vergab damals die Note "gut". 2018 landete "fit" dann aber genau wie dieses Jahr auf dem letzten Platz. Es fiel mit der allergeringsten Reinigungsleistung durch.
Beim aktuellen Test traten 26 Handgeschirrspülmittel zu Preisen zwischen 10 Cent und 1,18 Euro pro 100 Milliliter an. Um fair zu bleiben, wurden entweder das Original oder die Varianten mit Zitrusduft untersucht. Im Praxistest mussten die Produkte dann zeigen, was sie können: mehr als 2000 Teller wurde von Hand in einer einheitlich dosierten Spüllauge abgewaschen.
Dabei wurde darauf geachtet, wie ergiebig die verschiedenen Spülis waren - also wie viele Teller ein Mittel jeweils schafft, bis keine Reinigung mehr ersichtlich ist.
Anschließend schaute man sich die Reinigungsleistung an. Fit und die anderen Produkte traten gegen ein Gemisch unterschiedlicher Fette an, das auf einer Edelstahlplatte eingebrannt worden war. Die Spülmittel sollten die Verkrustung nach einer kurzen Einweichzeit mit einem weichen Schwamm entfernen.
Das Ergebnis des Praxistests - wenig erfreulich. "Weniger als die Hälfte der Spülmittel überzeugt, nur zwei reinigen 'sehr gut'", so Öko-Test. Die Sieger waren "Ultra Power Spülmittelkonzentrat" der Rewe-Eigenmarke "Ja!" und das "Sodasan Spülmittel Lemon & Lime".
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

