Oberlungwitz - Wenn die Apfelsinen am saftigsten sind, startet bei Beate Groß (64) die Saison: "Orangenmarmelade ist die erste und die letzte Sorte im Jahr, die ich zubereite", sagt die Oberlungwitzerin, die in Schönheide mit genau diesem Rezept zur erzgebirgischen Marmeladenkönigin gekürt wurde.
TAG24 durfte zuschauen, wie der königlich-köstliche Fruchtaufstrich gekocht wird, mit dem der Winter nach Sommer schmeckt: Gelierzucker, gespülte Gläser, eine große Schüssel unbehandelter Apfelsinen - schon kann es losgehen.
"Ich schäle eine dünne Schicht der äußeren Schale ab und schneide sie in feine Streifen", sagt Beate Groß und verrät damit ihren Trick, der die Marmelade besonders aromatisch macht.
Wie viel davon genommen wird, ist Geschmackssache. "Ich finde einen Anteil von zehn Prozent lecker."
Danach werden die Früchte komplett geschält, das Fruchtfleisch gewürfelt und gut fünf Minuten weich gekocht.
"Anschließend füge ich Gelierzucker und die Schalenstreifen hinzu und koche die Marmelade etwa weitere sieben Minuten. Zwei Minuten vor Ende der Kochzeit gebe ich noch etwas Vanillezucker zu."
Marmelade weckt Jugenderinnerungen
Das Rezept hat Beate Groß einer Jugenderinnerung nachempfunden. "Als junge Frau habe ich in Bulgarien eine Orangenmarmelade gegessen, in der auch Schale verarbeitet war. Die hat so gut geschmeckt, dass ich sie nie vergessen habe."
Die Orangenmarmelade ist nur eine von Dutzenden Sorten, die im Laufe des Jahres in der Küche von Beate Groß gekocht und in Gläser abgefüllt werden. "Ich probiere gern etwas Neues aus."
Dabei hat die Oberlungwitzerin auch eine mögliche Titelverteidigung im August im Hinterkopf:
"Die Marmelade, die ich dieses Jahr einreichen möchte, ist schon fertig. Welche Sorte es ist, verrate ich aber noch nicht."