Zu hohe Radon-Werte an Polizeischule in Sachsen: Direktor reagiert auf Vorwürfe

Schneeberg - Ein anonymer Brandbrief sorgte für Wirbel an der Polizeifachschule Schneeberg: Darin prangern die Verfasser zu hohe Radon-Werte und mangelnde Information der Beschäftigten und Auszubildenden an. Jetzt meldete sich Schulleiter Stefan Dörner selbst zu Wort.

Die Schule entstand von 2015 bis 2018 auf dem Gelände der Jägerkaserne in Schneeberg.  © Kristin Schmidt

In einem Schreiben an Azubis und Personal zeigte sich der Direktor überrascht über die Anschuldigungen. Der Vorwurf, die Schule habe Lehrkräfte und Schüler über die Radon-Belastung im Unklaren gelassen, sei schlicht falsch.

"Ausgehend von den im Oktober/November 2024 durchgeführten Messungen wurden Sie im Rahmen einer Informationsveranstaltung Anfang 2025 umfassend über die Ergebnisse in Kenntnis gesetzt", so Dörner.

Besonders kritisch sieht er, dass die anonymen Verfasser den Tod zweier Kollegen und eines Auszubildenden mit Radon in Verbindung gebracht haben, ohne die tatsächlichen Hintergründe zu kennen.

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Solche Schlussfolgerungen sorgten für Verunsicherung und erschwerten eine sachliche Aufarbeitung der Situation.

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Stefan Dörner ist Rektor der Polizeifachschule in Schneeberg.  © Stabsstelle Kommunikation PolFH
In Schneeberg und auch in anderen Telen des Erzgebirges sind die Radon-Werte sehr hoch.  © Ralph Kunz

Sanierungsarbeiten sollen bald beginnen

2021 wurde eine moderne Schießanlage an der Polizeifachschule in Betrieb genommen.  © Kristin Schmidt

Kritik sei grundsätzlich legitim, betont Dörner, doch anonyme Vorwürfe und öffentliche Spekulationen würden nicht zur Lösung beitragen. Stattdessen appelliert er an Betroffene, Sorgen und Ängste offen anzusprechen.

Zugleich macht der Rektor deutlich, dass die Ursache des Problems nicht beseitigt werden kann: Das austretende Radon-Gas ist eine Folge des historischen Bergbaus in der Region.

Dennoch: "Gemeinsam gehen wir auch die weiteren erforderlichen Maßnahmen zur Sanierung von Gebäudeteilen und den Neubau von Ersatzgebäuden an", so Dörner.

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Noch im Frühjahr sollen umfangreiche Sanierungsarbeiten beginnen und spätestens Anfang 2027 die betroffenen Bereiche wieder vollständig nutzbar sein. Begleitende Messungen sollen sicherstellen, dass die Maßnahmen tatsächlich greifen.

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