Essstörungen bei jungen Sächsinnen: Krankenkassen schlagen Alarm

Dresden - Zum Jahresbeginn setzen sich viele junge Menschen unter Druck, schlanker, perfekter, besser zu werden. Doch aus guten Vorsätzen wird immer öfter eine ernste Erkrankung. In Sachsen ist die Zahl der Essstörungen vor allem bei Mädchen und jungen Frauen drastisch gestiegen. Krankenkassen schlagen Alarm.

Laut Experten werden Essstörungen zu wenig thematisiert. (Symbolbild)
Laut Experten werden Essstörungen zu wenig thematisiert. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Fast 40 Prozent mehr Essstörungen bei zwölf- bis 29-jährigen Sächsinnen innerhalb von fünf Jahren: 2018 wurden noch 10 von 1000, 2023 bereits 14,4 von 1000 jungen Frauen wegen einer Essstörung behandelt. Das zeigt die aktuelle Auswertung der Barmer Krankenkasse.

Besonders betroffen sind die Großstädte - Leipzig liegt mit 21,7 Fällen pro 1000 an der Spitze, gefolgt von Görlitz, Dresden und Chemnitz. Der sächsische Durchschnitt liegt sogar über dem Bundeswert.

Als Brandbeschleuniger gelten Social-Media-Trends wie "Skinny Tok", die extreme Schlankheit feiern.

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"Der Jahreswechsel sollte kein Startschuss für riskante Selbstoptimierung sein", warnt Barmer-Landes-Chefin Claudia Beutmann (39). Diät-Trends könnten schnell zu einseitiger Ernährung und ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Eltern sollten bei plötzlichem Gewichtsverlust, Kalorienzählen oder dem Meiden gemeinsamer Mahlzeiten aufmerksam werden.

Auch Jungen und junge Männer sind betroffen, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau: Ihre Quote stieg von 0,69 auf 0,96 pro 1000.

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