Dresden - Eine Krankheit, über die niemand spricht: Endometriose. Die Krankheit ist eine reine Frauenkrankheit. Die Fallzahlen haben sich in Sachsen mehr als verdoppelt.
Wenn sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist, außerhalb der Gebärmutterhöhle findet - am Bauchfell, an den Eierstöcken, im Darm -, nennt man das Endometriose.
Hauptsymptom sind Unterleibsschmerzen, oft zusammen mit der Regelblutung, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr.
Gab es im Jahr 2005 noch rund 8600 Betroffene im Freistaat, waren es 2024 bereits fast 20.000. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der Barmer hervor.
Claudia Beutmann (39), Landesgeschäftsführerin der Barmer Sachsen: "Was auf den ersten Blick wie ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen aussieht, ist in Wirklichkeit eine positive Entwicklung - denn sie zeigt, dass mehr Frauen den Weg zu Unterstützung und Hilfe finden."
Allerdings weist Sachsen die zweitniedrigste Diagnoserate bundesweit auf. Dahinter rangiert nur noch Thüringen. Oft würden die Beschwerden einfach nur für starke Menstruationsschmerzen gehalten, so Beutmann. "Die regionalen Unterschiede zeigen, dass noch weitere Aufklärungsarbeit erforderlich ist."