Königstein - Fast 80 Jahre lang gähnte eine leere Felsnische an der Festung Königstein vor sich hin – jetzt thront dort wieder eine Königin. Der junge Steinbildhauer Thore Brilloff (23) hat der einst vom Volk geliebten Maria Anna von Sachsen ein Denkmal gesetzt, das Wanderer ab sofort auf dem Patrouillenweg bestaunen können.
Die Geschichte klingt wie aus einem Märchen: Im Jahr 1849 flüchtete Königin Maria Anna gemeinsam mit ihrem Gatten Friedrich August II. vor dem Dresdner Maiaufstand auf die sichere Festung Königstein.
Beim Spaziergang auf dem Patrouillenweg verliebte sich die fromme Monarchin in einen ganz besonderen Aussichtspunkt.
So sehr, dass sie ein Kreuz stiftete und es in einer kleinen Felsnische anbringen ließ – die "Mariengrotte" war geboren.
Doch nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand das Kreuz spurlos. Jahrzehntelang blieb die Nische leer, die königliche Geschichte fast vergessen.
Ein 23-Jähriger haucht der Geschichte neues Leben ein
Jetzt hat ein junger Dresdner die Grotte wieder zum Strahlen gebracht. Thore Brilloff, Geselle der renommierten Zwingerbauhütte, gewann einen Gestaltungswettbewerb mit seinem Entwurf eines Sandsteinmedaillons.
Am Donnerstag brachte er sein Kunstwerk persönlich an – zusammen mit Steinmetz Martin Richter (44).
"Im Zuge der Instandsetzung des Patrouillenweges entstand die Idee, auch die Mariengrotte neu zu gestalten und ihr erneut eine besondere Prägung zu geben", erklärt André Thieme, Geschäftsführer der Festung Königstein.
Das Beste: Der etwa zwei Kilometer lange Patrouillenweg ist kostenlos und jederzeit zugänglich – ganz ohne Festungseintritt! Einfach dem Zustieg zur Bergfestung folgen, der Ausschilderung nach und die Augen offen halten.
Zwischen den mächtigen Festungsmauern und den bizarren Felsen des Elbsandsteingebirges wartet Maria Anna nun auf die Besucher.