Flug-Umleitung wegen gesperrter Landebahn: Passagier nach Dresden erlebt Odyssee - "Gar nichts organisiert gewesen"

Dresden/Leipzig - Was als einstündige Reise in die sächsische Landeshauptstadt geplant war, endete für Passagiere von "Swiss Airlines" in einer Odyssee. Wegen eines tierischen Zwischenfalls am Dresdner Flughafen landete ihre Maschine am Sonntagabend außerplanmäßig in Leipzig/Halle. Dort strandeten die Betroffenen.

Flugpassagier Richard Franke (35) hat eine Odyssee hinter sich. Seinen Wohnort an Dresdens Stadtgrenze erreichte er nach einer Nacht in Leipzig erst am Montagvormittag.  © Eric Münch

"Aufgrund der gesperrten Landebahn in Dresden hatte uns der Pilot mitgeteilt, dass er nicht länger warten will und nach Leipzig fliegt. Dort angekommen versicherte uns die Crew, dass alles geregelt sei und Busse bereitstehen", berichtet Swiss-Passagier Richard Franke (35) gegenüber TAG24.

Im Terminal folgte dann das böse Erwachen: "Gar nichts war organisiert gewesen. Wir standen in einer menschenleeren Halle. Keiner wusste, wo er hin sollte. Draußen befanden sich auch keine Busse", ärgert sich der Oberschullehrer.

Der vollbesetzte A220 sei bereits mit anderthalbstündiger Verspätung kurz vor 19.30 Uhr in Zürich gestartet, schließlich gegen 21 Uhr in Leipzig gelandet (statt wie ursprünglich geplant um 19 Uhr in Dresden). Vor Ort habe die Airline weder Snacks noch Getränke bereitgestellt. "Auch kaufen konnten wir nichts. Alle Shops waren geschlossen", erzählt Franke.

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Auf eigene Faust habe er die Bundespolizei geholt, doch auch die Beamten hätten nicht wirklich weiterhelfen können. "Manch einer nahm sich nach stundenlangem Warten auf eigene Kosten ein Taxi." Er selbst habe das Glück gehabt, bei Freunden in der Stadt für die Nacht unterkommen zu können.

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Nach ein paar Warterunden flog die betroffene Swiss-Maschine zum Ausweichflughafen.  © Screenshot/ADS-B Exchange
Als die umgeleiteten Reisenden in Leipzig/Halle ankamen, war das Terminal bereits menschenleer. (Archivbild)  © Sebastian Willnow/dpa

Rückflug nach Zürich gestrichen

Anders als geplant landete Swiss mit seinem A220 am Sonntagabend nicht in Sachsens Landeshauptstadt. Auch der Rückflug entfiel. (Archivbild)  © Swiss International Air Lines Ltd.

Die Piste in Dresden war bereits um 20.40 Uhr wieder freigegeben. Warum Swiss dennoch nicht weiter zum eigentlichen Ziel flog, wo deshalb auch der Rückflug nach Zürich annulliert wurde, bleibt für den Pädagogen ein Rätsel. "Laut Bodenpersonal war dem Piloten sogar angeboten worden, die Maschine für die Weiterreise aufzutanken. Dieser habe jedoch abgelehnt."

Für ihn ebenfalls unverständlich: Erst zwei Stunden nach der Landung in Leipzig habe Swiss eine automatisierte E-Mail verschickt, dass sie keine Ersatzbeförderung anbieten könne und man sich seine Weiterreise selbst organisieren müsse.

"Wie die Airline mit den Menschen umgegangen ist, darf nicht unter den Tisch fallen", begründet Franke seine Motivation, die Geschehnisse öffentlich zu machen. "Ich hoffe auf eine Entschuldigung von Swiss."

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Mit der Deutschen Bahn ging es für den 35-Jährigen am Montagvormittag endlich und zum Glück pünktlich nach Hause.

Airline bezieht Stellung

Swiss-Sprecher Remo Müller bedauert den Strandungsfall der Passagiere in Leipzig.  © Swiss International Air Lines Ltd.

Auf TAG24-Anfrage erklärt Swiss-Sprecher Remo Müller zu den geschilderten Problemen: "Was unsere Passagiere in der Nacht von Sonntag auf Montag in Leipzig erlebt haben, tut uns leid. Es handelte sich hier um eine Aneinanderreihung von unglücklichen Umständen."

Demnach sei ein Weiterflug nach Dresden zwar theoretisch möglich gewesen, hätte jedoch bedeutet, dass die Maschine dann aufgrund des Nachtflugverbots nicht mehr rechtzeitig nach Zürich zurückgekehrt wäre.

Erschwerend sei hinzugekommen, dass die Landung in Leipzig nach dem regulären Dienstschluss des Bodenpersonals stattgefunden habe. "Swiss übernimmt selbstverständlich die entstandenen Kosten für den Weitertransport ans Endziel Dresden", so Müller.

Er betont, dass die vorgefundene Situation nicht dem Anspruch der Airline entspreche. Man werde den Vorfall auswerten und die Abläufe überprüfen, um ähnliche Situationen künftig besser handhaben zu können.

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