Forscher statten Sachsen-Wölfe mit Sendern aus: Neue Daten liefern Details, die man sonst nicht sieht

Von Jörg Schurig

Dresden - Sachsen setzt bei der Überwachung seiner Wölfe auch auf die Tiere selbst. Aktuell liefern vier Wölfe Daten für das wissenschaftliche Monitoring, teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden mit.

In vielen Teilen Sachsens streifen Europäische Wölfe herum und sind auch unter dem Namen "Canis lupus lupus" bekannt. (Symbolfoto)
In vielen Teilen Sachsens streifen Europäische Wölfe herum und sind auch unter dem Namen "Canis lupus lupus" bekannt. (Symbolfoto)  © Arne Dedert/dpa

Neu "am Sender" seien zwei herangewachsene Wolfswelpen, die innerhalb des Managements gefangen und mit einem Halsbandsender ausgestattet wurden. Die betroffenen Tiere sind auch mit einem Kürzel versehen.

Bei Wolf MT15 handelt es sich um einen Welpen des Rudels Großhennersdorf, der im südlichen Landkreis Görlitz immer wieder durch Begegnungen mit Menschen auffiel und dabei keine Scheu zeigte.

"Seit mittlerweile drei Wochen zeigen die Senderdaten, dass der Wolfswelpe vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs ist und sich überwiegend im Wald aufhält", hieß es. Es gebe keine Meldungen von auffälligen Sichtungen. Nach jetzigem Stand deute vieles darauf hin, dass die Vergrämung erfolgreich gewesen sein könnte.

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Laut Landesamt hat sich wenige Tage vor Weihnachten ein männlicher Wolfswelpe (MT16) in einem Netzzaun bei Beilrode (Landkreis Nordsachsen) verfangen. Das Tier sei gleichfalls mit einem Halsbandsender versehen worden und halte sich seither ausschließlich in Sachsen-Anhalt in der Annaburger Heide auf.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag habe der Wolf für Aufregung gesorgt, als er sich auf einem Hof im Raum Jessen offenbar zur Futtersuche aufhielt und erst nach längerer Zeit vertrieben werden konnte. Momentan würden die Behörden in Sachsen-Anhalt weitere Maßnahmen prüfen.

Das Wolfsmonitoring wird im Auftrag des Landesumweltamtes Sachsen vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. (Symbolfoto)
Das Wolfsmonitoring wird im Auftrag des Landesumweltamtes Sachsen vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. (Symbolfoto)  © Sascha Ditscher/dpa

Traurige Gewissheit nach Kadaver-Fund: Wolfsdame Sofi durch schwere Verletzungen gestorben

Dem Wolf wird unter Betäubung ein Halsbandsender angelegt - so kann der Aufenthaltsort des Tieres lokalisiert werden, ohne es stören zu müssen. (Symbolfoto)
Dem Wolf wird unter Betäubung ein Halsbandsender angelegt - so kann der Aufenthaltsort des Tieres lokalisiert werden, ohne es stören zu müssen. (Symbolfoto)  © Sina Schuldt/dpa

Von den vier sächsischen Wölfen, die im Frühjahr 2025 mit einem Sender ausgerüstet wurden, senden aktuell noch zwei Tiere Daten.

MT13 mit Namen "Ulli" streift als Floater großräumig zwischen bestehenden Territorien umher - als Floater werden erwachsene Wölfe bezeichnet, die ohne eigenes Territorium unterwegs sind. Rüde "Micha" (MT12) habe zusammen mit seiner Fähe im Sommer 2025 mindestens vier Welpen großgezogen, hieß es.

Fähe "Sofi" (FT18) war es vier Monate nach Anlegen des Senders gelungen, ihr Halsband abzustreifen. "Anfang Oktober wurde der Kadaver der Wölfin entdeckt. Sie starb eines natürlichen Todes, vermutlich aufgrund einer schweren Verletzung, die sie sich bei der Jagd auf Rotwild zugezogen hat", teilte das Landesamt mit.

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Rüde "Jarek" (MT14) hatte sich im Mai noch intensiv mit "Sofi" um den gemeinsamen Nachwuchs gekümmert, dann aber das Territorium während der Welpenaufzucht verlassen, hieß es weiter.

Spätere Aufnahmen aus Fotofallen zeigten, dass ein anderer Rüde ihm die Position streitig gemacht hatte. Seitdem war MT14 ebenfalls als Floater unterwegs. Seit Mitte Dezember sendet er keine Daten mehr.

Titelfoto: Fotomontage/Arne Dedert/dpa/Sascha Ditscher/dpa

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