Dresden - Mit höheren Zöllen auf chinesische Autos will der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (52, SPD) das VW-Werk in Zwickau retten. Das ist der Plan.
Man müsse auf EU-Ebene über höhere Zölle auf Autos aus chinesischer Produktion nachdenken, sagte der SPD-Politiker der Bild-Zeitung.
"Wenn mit einem Joint-Venture in Sachsen dann europäische Zölle vermieden werden können, wäre das ein Argument, mit dem man ganz anders verhandeln kann", so Panter.
Was das heißen könnte, erklärte der Politiker so: "Ein mögliches Joint-Venture mit chinesischen Autoherstellern in Werken wie Zwickau muss attraktiv für die chinesischen Partner sein, das heißt, eine Produktion in Zwickau muss sich für sie lohnen."
Er empfahl deshalb, über eine Verdoppelung des grundsätzlichen Einfuhrzolls auf chinesische Elektroautos nachzudenken.
Zukunft von VW-Werk in Zwickau weiter unklar
Die EU erhebt seit 2024 Zölle auf Importe von in China gefertigten Elektroautos, die je nach Hersteller zwischen 7,8 und 35,3 Prozent betragen.
In einer Anti-Subventionsuntersuchung war Brüssel zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass in der Volksrepublik hergestellte E-Autos von unfairen Regierungshilfen profitieren und damit einen marktverzerrenden Preisvorteil in der EU haben.
Abgas-Skandal, Überproduktion bei E-Autos, schwächelnder Absatz in China und den USA: Der VW-Konzern steckt seit Jahren in der Krise. Zuletzt kursierten Gerüchte über die Schließung von vier Werken in Deutschland, darunter Zwickau.
Der VW-Vorstand hat das bisher nicht bestätigt. Konzernchef Oliver Blume (58) kündigte lediglich an, die Produktion chinesischer VW-Modelle in Europa zu prüfen, um die Auslastung der Werke zu verbessern.