Zwickauer Gewerkschafts-Chef über Schließungspläne bei VW: "Wäre ein Angriff auf gesamte Region"

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Zwickau- Frust, Sorgen, Zukunftsängste - an mehreren VW-Standorten demonstrierten am Donnerstag zahlreiche Mitarbeiter. So auch in Zwickau. Die Angestellten bangen um ihre Jobs, die Chefetage schweigt. Die Gewerkschaft IG Metall tobt.

Am Donnerstag protestierten zahlreiche Mitarbeiter vor dem VW-Werk in Zwickau gegen die bekanntgewordenen Schließungspläne.
Am Donnerstag protestierten zahlreiche Mitarbeiter vor dem VW-Werk in Zwickau gegen die bekanntgewordenen Schließungspläne.  © Helge Gerischer

"Gerade dieses Schweigen des Vorstands wirkt wie ein Gift und lässt viel Raum für Spekulationen in einer ohnehin schon als sehr unsicher empfundenen Zeit, in der die Kolleginnen und Kollegen vor allem klare Antworten bräuchten", schimpft Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau.

Die Schließung des Werkes in Zwickau scheint so nah wie nie zuvor - 2031 könnte laut Medienberichten bereits das Aus drohen.

"Sollten sich die öffentlich gewordenen Pläne des Managements bewahrheiten, wäre das ein Angriff auf unsere gesamte Region, den wir nicht unwidersprochen hinnehmen werden", mahnt Knabel.

In Zwickau beteiligten sich am Donnerstag Hunderte Mitarbeiter an dem Protest. Auch Verantwortliche aus den Lieferbetrieben nahmen an der Demo teil.

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"Das zeigt die regionale Verbindung - und die Solidarität der Kolleginnen und Kollegen um die gesamte Region herum", sagt Knabel.

Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, kämpft für den VW-Standort in Zwickau.
Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, kämpft für den VW-Standort in Zwickau.  © Andreas Kretschel

IG Metall fordert klare Antworten von VW-Chef Blume

VW-Chef Oliver Blume (58) äußerte sich bisher nicht zu den Schließungsplänen, die durch Medienberichte derzeit kursieren.
VW-Chef Oliver Blume (58) äußerte sich bisher nicht zu den Schließungsplänen, die durch Medienberichte derzeit kursieren.  © Sven Kaeuler/dpa

Die IG Metall fordert Klarheit von VW-Chef Oliver Blume (58). Sein Schweigen sei eine Zumutung für die Mitarbeiter - gerade mit Blick auf die Sommerferien und die Urlaubszeit. Denn: Kein Mitarbeiter kann entspannt in den Urlaub fahren, wenn sein Job auf der Kippe steht!

Die Gewerkschaft künftige bereits an, den Druck in der zweiten Jahreshälfte notfalls weiter zu erhöhen, sollte der VW-Vorstand an den Schließungsplänen festhalten.

Die Zukunft des VW-Werks in Zwickau stand bereits Ende 2024 auf der Kippe.

Damals gab es in letzter Sekunde eine Einigung, ein neues Spar-Konzept wurde beschlossen. In Zwickau sollen künftig weniger Autos gebaut werden - stattdessen setzt der Konzern auf Recycling.

Die Mitarbeiter konnten kurzfristig aufatmen - doch die Angst blieb. Nun ist die wieder da.

Titelfoto: Bildmontage: Helge Gerischer, Andreas Kretschel

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