Glücksbringer suchen händeringend Nachwuchs: Den Schornsteinfegern gehen die Meister aus

Dresden - Der einstige Glücksbringer steckt in der Krise, denn Sachsen gehen die Bezirksschornsteinfeger aus. Der Grund: Immer weniger Gesellen machen den Meister - und wagen somit den Schritt in die Selbstständigkeit der schwarzen Zunft.

Obermeister Heiko Hirsch (58) hofft, dass sich die Azubis, die ihre Gesellenprüfung hinter sich haben, auch für den Meistertitel begeistern können.  © Kristin Schmidt

"In westlichen Bundesländern hat die Hälfte aller Schornsteinfeger den Meister, im Osten nur etwa 15 Prozent", weiß Innungs-Obermeister Heiko Hirsch (58). Die Folgen des Mangels sind längst spürbar.

Während die Essenkehrer vor allem hoheitliche Aufgaben wie Feuerstättenschau oder Bauabnahmen übernehmen, sind im Dresdner Bereich aktuell lediglich 110 von eigentlich 123 Bezirken besetzt. Dazu gehören die Stadt Dresden, Bautzen, Görlitz, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Meißen.

"Für drei weitere Bezirke haben wir mangels Bewerber derzeit die Vertretung durch benachbarte Bezirksschornsteinfeger angeordnet", erklärt die Landesdirektion Sachsen (LDS). "Die Nachbesetzung frei werdender Bezirke gestaltet sich zunehmend schwieriger."

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Für Hirsch liegt das Problem vor allem darin, dass "die Bereitschaft fehlt, in die Selbstständigkeit zu gehen".

Für ihn allerdings unverständlich: "Wer als Meister einen Bezirk übernimmt, muss nicht mühsam einen Kundenstamm aufbauen wie in anderen Handwerksberufen."

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Auf den Knöpfen der Schornsteinfeger-Kluft ist der "Heilige Florian" zu sehen. Er gilt als Schutzpatron für alle Berufe, die mit Feuer und Brandbekämpfung zu tun haben.  © Kristin Schmidt
Essenkehrer sind auch für Bereiche wie klimaneutrale Wärmeversorgung zuständig und beraten bei Wärmepumpen.  © picture alliance/dpa

LDS nennt Wandel im Wärmemarkt als möglichen Grund

Während die Azubi-Zahlen in der schwarzen Zunft in den vergangenen Jahren gestiegen sind, machen sich Sorgen um den Meister-Nachwuchs breit.  © Fotomontage/Norbert Neumann

Die LDS sieht auch den Wandel im Wärmemarkt hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung als einen Grund dafür, dass frei werdende Bezirke immer schwieriger nachbesetzt werden.

Obermeister Hirsch teilt diese Einschätzung allerdings nicht. "Jeder Schornsteinfeger hat zwischen 2000 und 3000 Kunden. Andere Aufgaben wie Energieberatung oder effiziente Einstellung von Wärmepumpen kommen hinzu."

Doch trotz der angespannten Lage gibt dem Obermeister immerhin eines Hoffnung: "In den letzten Jahren sind die Azubi-Zahlen gestiegen, weil wir ordentlich Werbung für den Beruf gemacht haben.

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So haben 2024 schon 31 Azubis die Ausbildung begonnen, 2025 bereits 33. Die Jahre davor waren es nur 20."

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