Drei Vermisste nach Hauseinsturz: Zahl der Opfer könnte noch steigen

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Görlitz - Mitten in Görlitz ist aus dem Nichts am Montagabend ein Haus eingestürzt! Von den ursprünglich fünf Vermissten werden am Dienstag noch drei gesucht. Die Maßnahmen dauern an, auch Gas trete immer noch aus.

Das Unglück ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr. Laut den Beamten brach das Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 plötzlich zusammen. Die Hintergründe sind noch unklar, vermutet wird eine Gasexplosion. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort. Es wird per Hand nach den Verschütteten gesucht.

TAG24 berichtet im Liveticker.

19. Mai, 15.34 Uhr: Könnte die Zahl der Opfer noch steigen?

Anja Weigel, Leiterin der Görlitzer Feuerwehr, betonte, dass nicht auszuschließen sei, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen. Keiner der Zeugen habe sagen können, ob sich zum Zeitpunkt der Explosion Menschen vor dem Haus befanden.

"Wir müssen also von einer Personenanzahl X ausgehen, die sich möglicherweise auf dem Gehweg befunden hat."

Die Einsatzkräfte hatten kurz nach dem Einsturz mit der Suche nach möglichen Verletzten oder Toten begonnen. Ihre Arbeit wurde bis zum Dienstagnachmittag jedoch durch ein Gasleck erschwert, dass derzeit noch nicht behoben werden konnte.

"Wir haben momentan ganz intensive Arbeiten der Stadtwerke, die hier versuchen, an die Gasleitungen im größeren Umkreis heranzukommen, um die Sicherheit an der Einsatzstelle zu erhöhen", beschrieb Weigel die Lage. Am frühen Nachmittag teilten die Stadtwerke Görlitz mit, die Gaszufuhr in dem betroffenen Gebiet abzustellen.

Man kann aktuell nicht ausschließen, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen.
Man kann aktuell nicht ausschließen, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen.  © Sebastian Kahnert/dpa

19. Mai, 15.29 Uhr: Feuerwehrleitung gibt Hoffnung nicht auf

Fast einen Tag nach dem Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz geben die Einsatzkräfte die Hoffnung nicht auf, doch noch Überlebende zu finden.

"Ich denke, es ist jedem bewusst, dass wir hier nach drei Menschen suchen, die vermutlich auch nicht mehr als Menschen zu identifizieren sind", sagte die Leiterin der Feuerwehr in Görlitz, Anja Weigel. Vor allem Schutt und Staub machten es notwendig, ganz genau hinzuschauen.

Die Hoffnung sterbe zuletzt, betonte Weigel. "Aber wir sind uns einig, dass die Wahrscheinlichkeiten mit jeder Stunde sinken." Vor Ort waren neben deutschen auch polnische Einsatzkräfte, unter ihnen auch Ehrenamtliche.

Zwei junge Frauen und ein Mann, der zum Arbeiten in der Stadt war, werden weiter vermisst. Die Arbeitskräfte setzen alles daran, sie zu finden.
Zwei junge Frauen und ein Mann, der zum Arbeiten in der Stadt war, werden weiter vermisst. Die Arbeitskräfte setzen alles daran, sie zu finden.  © Christoph Lohse & Luca Woitow / Blaulichtreport Lausitz

19. Mai, 15.08 Uhr: Landrat Meyer spricht von besonderer Anspannungssituation

Auch der Görlitzer Landrat Dr. Stephan Meyer (44, CDU) dankte den Rettungskräften, die seit Montagnachmittag im "Dauereinsatz" wären. "Es ist eine besondere Anspannungssituation", meint der 44-Jährige.

Das behutsame Vorgehen sei aufgrund der Gefahr, die von den Gasleitungen ausgeht, notwendig, so Meyer. "Auch wenn die Technik andere Möglichkeiten bietet."

Er sei zudem dankbar, dass sich die psychosoziale Notfallvorsorge vor Ort um die Angehörigen kümmert.

19. Mai, 14.51 Uhr: Oberbürgermeister erklärt: "Es ist noch nicht zu spät"

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu erklärt, dass sich die Kräfte derzeit auf das Hinterteil des Gebäudes konzentrieren, um dort die Trümmer wegzuräumen.

Um die Arbeiten abzusichern, wurden verschiedene Sensoren vom THW installiert, die die Vibrationen messen. Die beiden Giebel des Gebäudes würden zwar noch stehen, seien aber instabil. Es sei deshalb "extreme Vorsicht" geboten.

Aktuell hat die Lebendrettung oberste Priorität. "Es ist noch nicht zu spät", so der OB. Hoffnung setze man dabei auf die Rettungshunde, die bereits mehrfach zum Einsatz kamen und die Retter im Idealfall "lotsen" sollen.

Da immer wieder Gas austrat, hat man die Gasleitungen mittlerweile an drei verschiedenen Stellen gekappt. Probleme macht aber noch der Hausanschluss, an den man aufgrund der Trümmer nicht herankommt. Die Situation sei "kompliziert", sagt Ursu, der anschließend ebenfalls die Zusammenarbeit mit der polnischen Nachbarstadt lobte.

19. Mai, 14.37 Uhr: Innenminister hat "große Hoffnung" auf Rettung der Vermissten

Innenminister Schuster spricht in einem Statement von einem "tragischen Unglück", was man so nicht vorhersehen kann. "Ich weiß, dass hier im Landkreis und beim Oberbürgermeister die Einsatzleitung in besten Händen ist."

Das Deutsche Rote Kreuz, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Polizei seien in einer "enormen Stärke" vor Ort. Die Zusammenarbeit laufe laut Leitung "Hand in Hand" und "hervorragend". Auch die Unterstützung aus dem polnischen Zgorzelec hob Schuster lobend hervor. Man würde den Einsatzkräften ansehen, dass sie "kämpfen".

"Wir haben immer noch die große Hoffnung, dass wir noch Menschenleben retten können. Deswegen stehen noch wichtige Entscheidungen an, die jetzt auch getroffen werden", sagt der Innenminister in einem Statement.

Das Schicksal von Cosmin Ciobanu würde ihm demnach das "Herz zerreißen". Gleichzeitig würde es auch motivieren, bis zum Schluss zu kämpfen.

Innenminister Schuster, Oberbürgermeister Ursu und Landrat Meyer in einem Statement.
Innenminister Schuster, Oberbürgermeister Ursu und Landrat Meyer in einem Statement.  © Eric Hofmann

19. Mai, 14.21 Uhr: Innenminister spricht mit Angehörigem

Innenminister Armin Schuster (64, CDU) und Oberbürgermeister Octavian Ursu (58, CDU) sind im Gespräch mit Cosmin Ciobanu, dessen Frau Georgina Rusu sowie Cousine Simona Marcu noch immer als vermisst gelten.

(v.l.n.r.) Innenminister Schuster, OB Ursu im Gespräch mit dem Angehörigen der vermissten Frauen.
(v.l.n.r.) Innenminister Schuster, OB Ursu im Gespräch mit dem Angehörigen der vermissten Frauen.  © Eric Hofmann

19. Mai, 14.08 Uhr: Drohne im Einsatz

Nun wird der Schutthaufen mit einer Drohne der Bundespolizei untersucht.

Das umbemannte Luftfahrzeug dokumentiert den Einsatz und prüft die Trümmer mit einer Wärmebildkamera. Bisher brachte dies aber noch keine neuen Erkenntnisse.

Vor Ort ist jetzt eine Drohne der Bundespolizei im Einsatz.
Vor Ort ist jetzt eine Drohne der Bundespolizei im Einsatz.  © Eric Hofmann

19. Mai, 13.42 Uhr: Armin Schuster in Görlitz

Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) ist nun ebenfalls vor Ort, macht sich ein Bild von der Lage.

Sachsens Innenminister Armin Schuster ist an der Unglücksstelle angekommen. Hier gemeinsam mit Kriminaldirektor Raik Schulze (r.).
Sachsens Innenminister Armin Schuster ist an der Unglücksstelle angekommen. Hier gemeinsam mit Kriminaldirektor Raik Schulze (r.).  © Eric Hofmann

19. Mai, 13.32 Uhr: Mehrere Haushalte betroffen

Von der Gasabschaltung sind 18 Haushalte in der James-von-Moltke-Straße betroffen. Es kann dann mehrere Tage dauern, bis alles wieder läuft.

19. Mai, 13.29 Uhr: Spurensuche nach Vermissten läuft weiter

"Da es sich um eine Explosion handelt, müssen wir immer davon ausgehen, dass es eben auch nur Körperteile sein können", erklärt Feuerwehr-Chefin Anja Weigel (47), angesprochen auf die Stellen, die von den Spürhunden angezeigt wurden.

Es wird weiterhin von drei Personen ausgegangen, die noch unter den Trümmern zu finden sind. Jeder Einsatzkraft sei sich über den schweren Einsatz bewusst. Ein Kriseninterventionsteam ist vor Ort, so Weigel. Die Belastung sei hoch, auch weil die Vermissten noch nicht gefunden worden sind.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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