Görlitz - Mitten in Görlitz ist aus dem Nichts am Montagabend ein Haus eingestürzt! Von den ursprünglich fünf Vermissten werden am Dienstag noch drei gesucht. Die Maßnahmen dauern an, auch Gas trete immer noch aus.
Das Unglück ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr. Laut den Beamten brach das Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 plötzlich zusammen. Die Hintergründe sind noch unklar, vermutet wird eine Gasexplosion. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist vor Ort. Es wird per Hand nach den Verschütteten gesucht.
TAG24 berichtet im Liveticker.
19. Mai, 13.42 Uhr: Armin Schuster in Görlitz
Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU) ist nun ebenfalls vor Ort, macht sich ein Bild von der Lage.
19. Mai, 13.32 Uhr: Mehrere Haushalte betroffen
Von der Gasabschaltung sind 18 Haushalte in der James-von-Moltke-Straße betroffen. Es kann dann mehrere Tage dauern, bis alles wieder läuft.
19. Mai, 13.29 Uhr: Spurensuche nach Vermissten läuft weiter
"Da es sich um eine Explosion handelt, müssen wir immer davon ausgehen, dass es eben auch nur Körperteile sein können", erklärt Feuerwehr-Chefin Anja Weigel (47), angesprochen auf die Stellen, die von den Spürhunden angezeigt wurden.
Es wird weiterhin von drei Personen ausgegangen, die noch unter den Trümmern zu finden sind. Jeder Einsatzkraft sei sich über den schweren Einsatz bewusst. Ein Kriseninterventionsteam ist vor Ort, so Weigel. Die Belastung sei hoch, auch weil die Vermissten noch nicht gefunden worden sind.
19. Mai, 13.26 Uhr: Sicherheit an der Unglücksstelle
Derzeit laufen Arbeiten der Stadtwerke, die versuchen an die Gasleitungen im größeren Umkreis heranzukommen, "um die Sicherheit an der Einsatzstelle zu erhöhen", erklärt Feuerwehr-Chefin Anja Weigel (47).
Im Einsatz sind auch polnische Kollegen, die die Such- und Bergungsmaßnahmen der Trümmer unterstützen.
19. Mai, 12.55 Uhr: Staatsminister und Oberbürgermeister kündigen Statement an
Der schreckliche Unfall ging auch an Staatsminister Armin Schuster (64) und Oberbürgermeister der Stadt Görlitz Octavian Ursu (58) nicht spurlos vorbei.
Gegen 14.30 Uhr werden die beiden Politiker an der Mediensammelstelle an der Dr.-Kahlbaum-Allee/Ecke James-von-Moltkestraße ein Statement abgeben.
19. Mai, 12.49 Uhr: Einsatzkräfte geben den Verschütteten 72 Stunden
Auch wenn die Bilder dramatisch erscheinen, gibt es Grund zur Hoffnung. Die Einsatzkräfte sehen bei den drei Verschütteten eine Überlebenschance für bis zu 72 Stunden.
"Wir sprechen immer noch von einer Vermisstensuche und nicht von einer Bergung", erklärt ein Sprecher der Polizei gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
19. Mai, 12.27 Uhr: Schlaflose Nacht für Angehörige
Auch Cosmin Ciobanu ist wieder zurück am Ort des Geschehens in der Hoffnung, seine noch immer als vermisst geltende Frau Georgina Rusu und seine Cousine Simona Marcu wiederzufinden.
"Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen, essen kann ich auch nichts", erklärt der Rumäne im Gespräch mit einem TAG24-Reporter. "Ich verstehe nicht, warum das so lange dauert, zwei Personen zu finden", macht der Urlauber seinen Unmut Luft.
Im Gespräch offenbart er, dass das Paar im Sommer dieses Jahres heiraten wollte. Die Ferienwohnung, in der er gemeinsam mit den beiden Frauen den Urlaub verbrachte, verließ Cosmin wenige Minuten vor der Explosion. Er wollte Kopfschmerztabletten für seine zukünftige Ehefrau besorgen.
19. Mai, 11.53 Uhr: Gas wird abgestellt
Aktuell wird das Gas abgedreht, dazu die Straße aufgemacht. Trotzdem kann immer noch Gas in Kellerräumen sein. An den Schieber im Haus kommt man nicht ran, wie ein Polizeisprecher erklärt. Man habe den Trümmerhaufen bereits mit Sonar nach Atemgeräuschen gescannt, aber nichts entdeckt.
Die Suchmaßnahmen dauern weiter an.
19. Mai, 11.32 Uhr: Spürhunde schlagen nicht an
Am Dienstag gab es bisher noch keine Lebenszeichen von den noch immer drei Vermissten.
"Die Hunde schlagen bei Lebenszeichen an, was sie gestern auch gemacht haben", so Remo Kölzsch, Einsatzleiter der Feuerwehr Görlitz. Am Dienstag habe aber bisher keiner der Vierbeiner ein Zeichen gegeben.
Die Einsatzkräfte arbeiten sich mit Schaufeln und bloßen Händen durch den Trümmerberg. "Der Einsatz von großen Baggern würde die verschütteten Menschen mehr gefährden", betonte Kölzsch.
19. Mai, 11.16 Uhr: Höhenrettungsgruppe der Bundesfeuerwehr Bautzen ist im Einsatz
Mit vereinten Kräften ging es durch die Nacht. Noch am Montagabend wurde die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Bautzen gerufen.
Mit einer Hubarbeitsbühne und einer Seilwinde suchten die Einsatzkräfte in den höhergelegenen Trümmern nach den Vermissten.
19. Mai, 9.37 Uhr: Identität der drei Vermissten steht fest
Die Identität der drei Vermissten steht fest. Laut Polizei werde nach zwei rumänischen Frauen (25, 26) und einem Mann mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit (48) gesucht.
Laut Feuerwehr-Einsatzleiter Sebastian Schramm waren in der Nacht fünf Spürhunde im Einsatz. Die genaue Ursache ist noch unklar, es wird eine Gasexplosion vermutet. Unklar ist auch noch, in welchem Umfang Gas ausströmt, es wird nach einer Lösung gesucht.
19. Mai, 9.30 Uhr: "Herausfordernde Nacht" laut Bürgermeister Octavian Ursu
Bürgermeister Octavian Ursu (58, CDU) erklärte: "Es war eine lange und herausfordernde Nacht. Die Lebensrettung steht an erster Stelle."
19. Mai, 9.25 Uhr: Baustatiker vor Ort
Baustatiker waren inzwischen vor Ort. Die Häuser links und rechts der Einsturzstelle könnten nach Abschluss der Personensuche wieder bezogen werden.
54 Leute wurden evakuiert, ein Großteil kam bei Verwandten und Bekannten unter, vier Leute wurden in einer städtischen Villa untergebracht.
19. Mai, 7.30 Uhr: Mann vermisst seine Freundin und Cousine
Ein Mann suchte am Abend nach zwei der drei Vermissten - seine Frau und seine Cousine.
Die drei bezogen erst am Nachmittag eine Ferienwohnung im Haus, wollten Urlaub machen.
19. Mai, 6 Uhr: Zwei Vermisste aufgetaucht
Zwei Vermisste konnten mittlerweile telefonisch ausfindig gemacht werden, wie Polizeisprecherin Anja Leuschner (36) am Dienstagmorgen auf TAG24-Nachfrage erklärte. Die beiden Feriengäste seien noch auf der Anreise gewesen.
Da immer noch Gas austrete und die Gefahr besteht, dass Hohlräume einstürzen können, gehen die Einsatzkräfte sehr behutsam vor. Die Trümmer müssen händisch abgetragen werden.
18. Mai, 22.30 Uhr: Mehrere Ferienwohnungen in dem Haus
Nach TAG24-Informationen gab es in dem Haus sowohl mehrere Ferien- als auch gewöhnliche Wohnungen. Der Vermieter der Ferienwohnungen wollte sich gegenüber TAG24 vorerst nicht äußern.
18. Mai, 22.30 Uhr: Oberbürgermeister vor Ort
Gegen 20.30 Uhr meldete sich der Oberbürgermeister von Görlitz, Octavian Ursu (58, CDU), zu Wort. Außerdem machte er sich vor Ort ein Bild von der Lage.
Unter anderem über Facebook teilte er mit: "Das tragische Unglück macht uns sehr betroffen: In der James-von-Moltke-Straße ist, vermutlich durch eine Gasexplosion, ein bewohntes Haus eingestürzt. Derzeit werden mehrere Personen vermisst."
18. Mai, 19.07 Uhr: Unglücksort ist ein Mehrfamilienhaus
Polizeisprecherin Anja Leuschner (36) bezog am Abend Stellung gegenüber TAG24: "In der James-Moltke-Straße ist aus unbekannten Gründen ein Haus eingestürzt. Es handelt sich dabei um ein Mehrfamilienhaus, ob dort jedoch Mieter gemeldet waren, muss noch geprüft werden."
Aktuell bestehe der Verdacht, dass Gas austritt. "Das muss aber erst abgeklärt werden. Die umliegenden Gebäude wurden evakuiert, es sind neben Polizei auch Feuerwehr und THW im Einsatz."