Hauseinsturz in Görlitz: Gas abgestellt, Suche nach Vermissten geht weiter

Görlitz - Mitten in Görlitz ist aus dem Nichts am Montagabend ein Haus eingestürzt! Während der Gasaustritt in der Nacht auf Mittwoch gestoppt werden konnte, geht die Sucht nach drei Vermissten weiter.

Das THW ist vor Ort, hilft bei der Vermisstensuche.  © Paul Glaser/dpa

Während die Einsatzkräfte das Gas für das am Montagabend plötzlich eingestürzte Wohnhaus in der James-von-Moltke-Straße abstellten, musste die Suche nach den Vermissten aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden, wie die Polizeidirektion Görlitz am Mittwochmorgen mitteilte.

Von ursprünglich fünf Vermissten werden aktuell noch drei Personen gesucht. Besonders betroffen ist Cosmin Ciobanu (27). Er geht leider fest davon aus, dass seine Verlobte Georgina Rusu (25) und seine Cousine Simona Marcu (26) unter den Trümmern liegen.

Die Suchmaßnahmen sollen fortgesetzt werden, sobald letzte Stützmaßnahmen am rechten Nachbarhaus abgeschlossen sind, so die Polizei.

Görlitz Frau und Cousine in den Trümmern: Urlauber nach Hauseinsturz verzweifelt

Das Unglück ereignete sich am Montag gegen 17.30 Uhr. Laut den Beamten brach das Haus in der James-von-Moltke-Straße 21 plötzlich zusammen. Vermutet wird eine Gasexplosion - sicher ist das noch immer nicht.

TAG24 berichtet im Liveticker.

Anzeige

20. Mai, 7.55 Uhr: Personen wären inzwischen 38 Stunden unter Trümmern begraben

Mögliche verschüttete Personen würden inzwischen seit circa 38 Stunden unter den Trümmern begraben liegen.

Eine Überlebenschance sehen die Einsatzkräfte für bis zu 72 Stunden nach dem Einsturz. Diese Frist würde am Donnerstagabend um 17.30 Uhr ablaufen.

Anzeige
Noch fehlt von drei Vermissten jede Spur.  © News5/DPA

20. Mai, 7.10 Uhr: Duschmöglichkeiten für Anwohner ohne Gas eingerichtet

Für Anwohner rund um das eingestürzte Haus in der James-von-Moltke-Straße, die von der erfolgreichen Abschaltung der Gaszufuhr betroffen sind, wurde eine Alternative geschaffen.

"Um die Anwohner zu unterstützen, hat die Stadtverwaltung Görlitz mit dem NEISSE-Bad Görlitz Dusch- und Wärmemöglichkeiten eingerichtet", teilten die Stadtwerke mit.

20. Mai, 6.42 Uhr: Weiterhin Verkehrseinschränkungen in Görlitz

Aufgrund des Hauseinsturzes kommt es im Görlitzer Stadtgebiet auch am Mittwoch zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

Die Polizei empfiehlt Reisenden in Richtung Polen Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder oder Ludwigsdorf zu nutzen.

Ebenfalls betroffen sind die Buslinien B und D der Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB), die mehrere Haltestellen deshalb nicht bedienen können.

Die Suche nach den Vermissten geht weiter.  © Sebastian Willnow/dpa

20. Mai, 6.35 Uhr: Nachbarhaus muss gestützt werden

Wie lange die Stützmaßnahmen am Nachbarhaus noch andauern, war am Morgen noch nicht bekannt.

Eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz erklärte gegenüber TAG24, dass das angrenzende Gebäude durch die Explosion in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zur Sicherheit der Rettungskräfte vor Ort muss die Hauswand deshalb gestützt werden.

Unterdessen verwies die Polizeisprecherin auf eine Einsatzbesprechung am Morgen, wo sich gemeinsam mit der Feuerwehr über den weiteren Einsatz im Tagesverlauf abgestimmt wird.

20. Mai, 6.17 Uhr: Gas abgestellt, Suche nach Vermissten geht weiter

In der Nacht auf Mittwoch konnten die Einsatzkräfte das Gas abstellen, wie die Polizeidirektion Görlitz am frühen Morgen mitteilte.

In diesem Zeitraum mussten die Suche nach den weiterhin drei Vermissten aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden. Die Suche soll wieder aufgenommen werden, sobald letzte Stützmaßnahmen am rechten Nachbarhaus abgeschlossen sind.

Der Gasaustritt konnte in der Nacht auf Mittwoch gestoppt werden.  © Sebastian Willnow/dpa

19. Mai, 21.30 Uhr: Suche wird in der Nacht fortgesetzt

Auch in der Nacht versuchen die Rettungskräfte, die drei Vermissten zu finden. "Die Einsatzkräfte wechseln sich ab", sagte Polizeisprecherin Anja Leuschner.

Bagger und Kran müssen zwar pausieren. Dafür arbeiten die Helfer per Hand weiter. "Wir haben aktuell Einsatzkräfte auf dem Trümmerberg, die vorsichtig Stein für Stein abtragen." Mit Sonden leuchte man in Hohlräume.

Ein Schuttcontainer wird an der Einsatzstelle des eingestürzten Wohnhauses in der Innenstadt gehoben.  © Sebastian Willnow/dpa

19. Mai, 20.42 Uhr: Weiterhin keine Spur nach den Vermissten

Auch am Dienstagabend gibt es keine Entwarnung. "Wir haben bisher noch niemanden gefunden", sagte die Görlitzer Feuerwehr-Chefin Anja Weigel (47). Weiterhin im Einsatz: Spürhunde. "Die Hunde schlagen bei Lebenszeichen an, was sie gestern auch gemacht haben", erläuterte Remo Kölzsch, der Einsatzleiter der Görlitzer Feuerwehr.

Die Fellnasen haben seit Montagabend mehrfach angeschlagen. Dies lasse allerdings keine Rückschlüsse auf den Zustand der Vermissten zu, erklärte Weigel.

Die Suche soll auch in der Nacht zu Mittwoch fortgesetzt werden.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) stehen vor dem Schuttberg des eingestürzten Wohnhauses in der Innenstadt.  © Sebastian Kahnert/dpa

19. Mai, 18.17 Uhr: Straße wird weiter aufgerissen

Da das Gas offenbar immer noch nicht abgeklemmt werden konnte, muss die Straße nun weiter aufgerissen werden.

Aktuelle Fotos zeigen, wie ein kleiner Bagger und mehrere Arbeiter ans Werk gehen.

Hier wird die Straße weiter aufgerissen, um das Gas endlich abgestellt zu bekommen.  © Eric Hofmann

19. Mai, 17.30 Uhr: Polizei meldet sich mit Update - einige Anwohner können zurück in ihrer Häuser

Die Görlitzer Polizei hat sich am Dienstagnachmittag mit einem neuen Update gemeldet. Demnach dürfen erste Anwohner in ihre Häuser zurückkehren. Genauere Infos dazu gibt es hier.

Auch zur Abstellung der Gaszufuhr gibt es Neuigkeiten. "Um weitere Gefahren auszuschließen und die Sicherheit aller Anwohner und Einsatzkräfte zu gewährleisten, haben wir zusammen mit den Einsatzkräften entschieden, die Gaszufuhr in dem betroffenen Gebiet vorsorglich abzustellen", teilt die Stadtverwaltung Görlitz mit. Anwohner der umliegenden Gebäude müssten daher mit einem vorübergehenden Gasausfall rechnen: "Wann die Gasversorgung wiederhergestellt werden kann, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zuverlässig prognostizieren."

Am morgigen Mittwoch sei bis auf weiteres im gesamten Stadtgebiet von Görlitz mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen. Reisenden in Richtung Polen empfehle man Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder sowie Ludwigsdorf, so die Polizei.

Ein Kran entfernt die Überreste an dem Schuttberg des eingestürzten Wohnhaus in der Innenstadt.  © Sebastian Kahnert/dpa

19. Mai, 15.34 Uhr: Könnte die Zahl der Opfer noch steigen?

Anja Weigel, Leiterin der Görlitzer Feuerwehr, betonte, dass nicht auszuschließen sei, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen. Keiner der Zeugen habe sagen können, ob sich zum Zeitpunkt der Explosion Menschen vor dem Haus befanden.

"Wir müssen also von einer Personenanzahl X ausgehen, die sich möglicherweise auf dem Gehweg befunden hat."

Die Einsatzkräfte hatten kurz nach dem Einsturz mit der Suche nach möglichen Verletzten oder Toten begonnen. Ihre Arbeit wurde bis zum Dienstagnachmittag jedoch durch ein Gasleck erschwert, dass derzeit noch nicht behoben werden konnte.

"Wir haben momentan ganz intensive Arbeiten der Stadtwerke, die hier versuchen, an die Gasleitungen im größeren Umkreis heranzukommen, um die Sicherheit an der Einsatzstelle zu erhöhen", beschrieb Weigel die Lage. Am frühen Nachmittag teilten die Stadtwerke Görlitz mit, die Gaszufuhr in dem betroffenen Gebiet abzustellen.

Man kann aktuell nicht ausschließen, dass noch mehr Menschen unter den Trümmern liegen.  © Sebastian Kahnert/dpa

19. Mai, 15.29 Uhr: Feuerwehrleitung gibt Hoffnung nicht auf

Fast einen Tag nach dem Einsturz eines Hauses im sächsischen Görlitz geben die Einsatzkräfte die Hoffnung nicht auf, doch noch Überlebende zu finden.

"Ich denke, es ist jedem bewusst, dass wir hier nach drei Menschen suchen, die vermutlich auch nicht mehr als Menschen zu identifizieren sind", sagte die Leiterin der Feuerwehr in Görlitz, Anja Weigel. Vor allem Schutt und Staub machten es notwendig, ganz genau hinzuschauen.

Die Hoffnung sterbe zuletzt, betonte Weigel. "Aber wir sind uns einig, dass die Wahrscheinlichkeiten mit jeder Stunde sinken." Vor Ort waren neben deutschen auch polnische Einsatzkräfte, unter ihnen auch Ehrenamtliche.

Zwei junge Frauen und ein Mann, der zum Arbeiten in der Stadt war, werden weiter vermisst. Die Arbeitskräfte setzen alles daran, sie zu finden.  © Christoph Lohse & Luca Woitow / Blaulichtreport Lausitz

19. Mai, 15.08 Uhr: Landrat Meyer spricht von besonderer Anspannungssituation

Auch der Görlitzer Landrat Dr. Stephan Meyer (44, CDU) dankte den Rettungskräften, die seit Montagnachmittag im "Dauereinsatz" wären. "Es ist eine besondere Anspannungssituation", meint der 44-Jährige.

Das behutsame Vorgehen sei aufgrund der Gefahr, die von den Gasleitungen ausgeht, notwendig, so Meyer. "Auch wenn die Technik andere Möglichkeiten bietet."

Er sei zudem dankbar, dass sich die psychosoziale Notfallvorsorge vor Ort um die Angehörigen kümmert.

Mehr zum Thema Görlitz: