Große Rotstift-Angst unter Sachsens Kulturschaffenden
Dresden - Bei der Novellierung des Kulturraumgesetzes klemmt offensichtlich die Säge. Ursprünglich hatte die Staatsregierung angekündigt, es in wenigen Monaten vorzustellen. Jetzt spricht man offiziell von Dezember 2027.
Die gewaltige Terminverschiebung wurde im Landtag öffentlich in der Debatte um "Zukunftsfähige Kulturpolitik" und die Strategie "Kulturland Sachsen 2030".
Anlass war ein entsprechender Antrag der Fraktionen CDU und SPD.
"Wir wollen das Profil schärfen und erwarten von der Staatsregierung, dass sie die Kulturförderung neu organisiert", sagte Iris Firmenich (65, CDU).
Martin Dulig (52, SPD) berichtete, dass die Kulturschaffenden im Land total verunsichert sind angesichts fortwährender Rotstift-Politik und knapper Kassen.
"Wie soll die Vielfalt in Zukunft gesichert werden, fragen sich alle", so Dulig. Er warb eindringlich für Entscheidungen, die Sicherheit zurückgeben.
Pflege und Erhalt von Kultur haben in Sachsen Verfassungsrang. Angesichts knapper werdender Mittel gibt es vielfältige Verteilungskämpfe.
Den Status quo halten, bedeutet Kürzungen durchführen. Luise Neuhaus-Wartenberg (46, Linke) mahnte Planbarkeit für Künstler und Kultureinrichtungen an. Sie warnte vor Kahlschlägen - vor allem im ländlichen Raum. "Kultur darf keine Frage der Postleitzahl und des Geldbeutels sein."
Titelfoto: Semperoper/Jubal Battisti
