Grundsanierung und neue Bauten: So wird Sachsens Landtag zukunftsfit gemacht

Dresden - Sachsens Landtag als Herzkammer der Demokratie braucht eine Frischzellenkur. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und zu eng geworden für einen modernen Politikbetrieb.

Freier Blick auf den Landtag. Das wird bald nicht mehr möglich sein, denn Bauzäune werden die Ansicht versperren.
Freier Blick auf den Landtag. Das wird bald nicht mehr möglich sein, denn Bauzäune werden die Ansicht versperren.  © Robert Michael/dpa

Bereits im September 2022 stimmte das Präsidium des Sächsischen Landtags, in dem alle Fraktionen des Parlaments vertreten sind, einstimmig einer Sanierung und der Errichtung von zwei Erweiterungsbauten zu.

2026 beginnen nun die Arbeiten, und das Parlament bekommt einen rund 900 Meter langen Bauzaun.

"Aktuell befindet sich die Baustelleneinrichtung noch in der Ausschreibungsphase", berichtet der Sprecher des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Alwin-Rainer Zipfl.

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Sowohl der Termin für die Aufstellung der Bauzäune als auch der Termin für die Errichtung einer kleinen Containerstadt auf dem Vorplatz des Landtags sind bisher nicht fix. Ausstehende Entscheidungen fallen dazu in den nächsten Tagen.

An den Türen in der Tiefgarage blüht der Rost.
An den Türen in der Tiefgarage blüht der Rost.  © Eric Münch
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Es herrscht Einigkeit, dass gebaut werden muss

Blick in den Innenhof. Dort soll der Kubus gebaut werden.
Blick in den Innenhof. Dort soll der Kubus gebaut werden.  © Eric Münch

"Wir rechnen mit dem Beginn der Maßnahmen im ersten oder zweiten Quartal dieses Jahres", sagt Landtagssprecher Ivo Klatte (59). Aufgrund der Bauarbeiten könnte der Vorplatz wohl die kommenden zehn Jahre gesperrt sein.

Klatte beteuert: "Wir werden uns nicht verbarrikadieren. Wir wollen ein offenes Haus und das Parlament der Sachsen bleiben." Auch Demonstrationen im Umfeld des Landtages werden weiterhin möglich sein, versichert er.

Ivo Klatte plant, die Bauzäune rund um den Landtag als Aufsteller zu benutzen. Sie sollen Plakate tragen, die über das Parlament und die Bauprojekte informieren.

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"Uns ist bewusst, dass man keinen Applaus bekommt, wenn man in Zeiten schwieriger Haushaltslage so eine Sanierung und Baumaßnahmen anschiebt", sagt Klatte.

Er verweist darauf, dass der Beschluss zur Sanierung bereits 2022 fiel. Seither zieht man die Maßnahmen hinaus. Dabei herrscht Einigkeit, dass gebaut werden muss.

Ivo Klatte (59) im Besucher-Foyer des Landtages.
Ivo Klatte (59) im Besucher-Foyer des Landtages.  © Eric Münch

Über 30 Jahre alte Haustechnik blickt ihrem Lebensende entgegen

Blick auf den Bernhard-von-Lindenau-Platz und den Landtag mit den geplanten Erweiterungsbauten.
Blick auf den Bernhard-von-Lindenau-Platz und den Landtag mit den geplanten Erweiterungsbauten.  © Visualisierung: Büro Kulka

Fast wöchentlich platzen in den Kellern marode Rohre. Fortwährend dringt Regenwasser ins Haus ein. "Die Datenübertragung im Haus ist so schlecht, dass moderne Softwareanwendungen nicht richtig genutzt werden können", klagt der Sprecher.

Die über 30 Jahre alte Haustechnik blickt ihrem Lebensende entgegen. Im Sommer können einige Büros im Altbau nicht genutzt werden, weil es dort zu heiß wird. Das ist doppelt misslich, denn die Büroflächen vor Ort reichen schon jetzt nicht aus. Der Landtag mietet zahlreiche Räume in der Innenstadt (u. a. in der Devrientstraße).

Die geplanten Baumaßnahmen sehen neben der Sanierung des bestehenden Gebäudeensembles die Errichtung von zwei Erweiterungsbauten vor. Im Innenhof des Landtages soll ein Kubus (Baukosten-Voranschlag: 38,7 Mio. Euro) entstehen, der einen modernen Saal mit Besuchertribüne für Anhörungen beherbergen wird.

Auf der Freifläche zwischen Landtag und Congress Center soll ein dreistöckiges Bürogebäude hochgezogen werden, das durch einen Tunnel mit dem Landtag verbunden wird (Bauvolumen: 73,6 Mio. Euro). Es wird zuerst gebaut werden.

Dieses Modell im Landtag zeigt, wie sich die Neubauten in das bestehende Ensemble einfügen werden.
Dieses Modell im Landtag zeigt, wie sich die Neubauten in das bestehende Ensemble einfügen werden.  © Eric Münch

Parlament wird während der gesamten Bauzeit vor Ort arbeiten

Bäume (Felsenbirnen) sollen das Kubus-Dach schmücken.
Bäume (Felsenbirnen) sollen das Kubus-Dach schmücken.  © Visualisierung: Büro Kulka

Vergangene Woche fiel eine juristische Vorentscheidung zugunsten der Baugenehmigung.

Ziel der Investitionen ist es, am Standort künftig den Abgeordneten und allen Mitarbeitern gute Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Öffentlichkeitsarbeit soll außerdem verbessert werden. Pro Jahr besuchen knapp 30.000 Menschen den Landtag.

Vor allem Schulklassen nutzen dessen Bildungsangebote. Während der gesamten Bauzeit wird das Parlament vor Ort arbeiten. Vorgesehen ist, das neue Bürogebäude während der Sanierung der Altbauten als Ausweichquartier zu nutzen.

Alwin-Rainer Zipfl kann "noch keine konkreten Angaben" zur Zeitschiene des Baubeginns machen. "Entsprechend lässt sich auch für den Spatenstich des Neubaus noch kein belastbarer Zeitpunkt benennen", erklärt er.

Da hat dann wohl der Finanzminister noch ein Wort mitzureden ...

Titelfoto: Bildmontage: Visualisierung: Büro Kulka, Eric Münch

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