Königstein - Eine neue Attraktion bringt die Festung Königstein förmlich zum Beben. Mit einer absoluten Hightech-Installation zeigt Sachsens berühmteste Festung jetzt erstmals ihre historischen Verteidigungsanlagen in voller Aktion. Der Titel: "Sturm auf den Königstein - Ein Angriff, der nie geschah".
Für 350.000 Euro entstand ein immersives Erlebnis mit riesigen LED-Wänden und 3-D-Kinosound. Dazu wurden in den Boden sogenannte Shaker eingebaut.
Sie sorgen dafür, dass es unter den Füßen der Besucher vibriert - bei jedem Kanonenschlag, Schuss und herabfallenden Stein.
"Dem Tag haben wir wirklich schon sehr lang entgegengefiebert. Wir wollten die Festung dort vermitteln, wo Verteidigung wirklich stattgefunden hat", sagt Geschäftsführer André Thieme (57). "Besucher sollen verstehen und vor allem fühlen, warum der Königstein als uneinnehmbar galt."
Und genau darum geht es: Gezeigt wird das Ganze in einem rund dreiminütigen Film. Ein angreifender General lässt sich von seinem Spion die Festung erklären und bekommt dabei Schritt für Schritt vor Augen geführt, welch unüberwindbare Verteidigung ihn erwarten würde.
Dreiminütiger Film gibt Einblicke in die Verteidigungsanlagen der Festung
Zu sehen sind unter anderem Kanonenstellungen, Wippbrücke, gestaffelte Abwehr, Tore und Barrikaden, dazu Steinschmeiße, Pechnase und Fallpalisade.
"Die Anlagen wurden vom 16. bis 19. Jahrhundert errichtet und sind bis heute erhalten. Entlang des Aufgangs zur Festung können Besucher sie entdecken", erklärt Festungs-Museums-Chef Markus Bitterlich (44). "Im Film sind sie nun erstmals auch in Aktion erfahrbar."
Die neue Attraktion läuft ab sofort und auf fünf Sprachen. Dazu gibt es Untertitel und barrierefreie Technik.
Die gestalterische Umsetzung des Ausstellungsbereichs koordinierte "Whitebox" aus Dresden. Daniel Sommer (42), einer der Chefs, verspricht: "Man hört die Schüsse und spürt, wenn sie einschlagen."