Berlin/Böhlen - Im Mitteldeutschen Chemiedreieck droht ein Dominoeffekt, wenn zentrale Chemieanlagen verschwinden. Die Bundesregierung hat sich eingeschaltet und verhandelt.
"Die Lage der deutschen chemischen Industrie erfüllt uns alle mit großer Sorge", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) im Bundestag.
Die Bundesregierung ist derzeit nach seinen Angaben in Gesprächen mit dem US-amerikanischen Chemieunternehmen Dow Chemical, um über eine Nachnutzung von Anlagen im mitteldeutschen Chemiedreieck zu diskutieren.
In die bisherigen Gespräche des Kanzlers war das sächsische Wirtschaftsministerium nicht eingebunden.
"Wir stehen aber mit der Dow Mitteldeutschland und mit Dow Deutschland in regelmäßigem Austausch", berichtet ein Sprecher von Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD) auf Nachfrage von TAG24.
Angst, dass weitere Unternehmen davon getroffen werden
Dow Chemical hatte vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass ein Teil seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und im sächsischen Böhlen Ende 2027 geschlossen werden soll.
Der sogenannte Steamcracker in Böhlen ist eine zentrale Anlage, die aus Rohbenzin chemische Grundstoffe herstellt. Diese Anlage steht am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette.
In der Region wird nun befürchtet, dass eine Abschaltung viele angeschlossene Unternehmen vor Ort in Gefahr bringt.
Kanzler Merz betonte: "Es werden derzeit Gespräche geführt über eine Nachnutzung des Geländes. Wir werden alles tun, um industrielle Arbeitsplätze an diesem und an vielen anderen Standorten zu erhalten."