Kommission will Sachsens Kommunen das Leben erleichtern

Dresden - Weniger Aufgaben, mehr Geld. So etwa lautete die Zielstellung für die Reformkommission zur Stärkung und Entlastung der sächsischen Kommunen. Doch der vorgelegte Abschlussbericht bleibt ein Fragment - aus gutem Grund.

Die Umsetzung der Empfehlungen wird für die Staatsspitze (Michael Kretschmer, 50, l.) und Stellvertreterin Petra Köppin (67, SPD) nicht einfach.  © Petra Hornig

Der am Montag an Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) übergebene Abschlussbericht markiert drei Themenfelder und eine Reihe von tiefgreifenden Handlungsempfehlungen, die die Aufgabenverteilung zwischen Freistaat sowie Städten und Gemeinden neu regeln soll.

Zwei Beispiele: Von den aktuell 56 Fördermittelstellen sollen nur fünf erhalten bleiben, die gesamte Antragstellung digitalisiert und dazu eine zentrale Förder-Service-Plattform geschaffen werden.

Auch das Denkmalschutzrecht soll vereinfacht, die Denkmalliste schlanker werden. Kreisfreie Städte und Kreise (Untere Denkmalschutzbehörden) sollen nur noch für lokale und regionale Denkmale zuständig sein und ihre Entscheidungen nur noch ausnahmsweise von oben absegnen lassen müssen (Obere Denkmalschutzbehörde).

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Den Kommunen steht das Wasser bis zum Hals. In Sachsen übernehmen sie mehr staatliche Aufgaben als in anderen Ländern. Zudem schnürt ihnen ein Investitionsstau von elf Milliarden Euro, Schulden von über einer Milliarde Euro und eine nicht mangelhafte Finanzierung durch Bund und Länder die Luft ab.

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Für den Immissionsschutz soll künftig wieder überwiegend der Freistaat zuständig sein. Gleiches gilt für die Vermessungsbehörden und die Marktüberwachung. (Symbolfoto)  © IMAGO/Rene Traut
Beim Denkmalschutz soll es eine klare Trennung der Zuständigkeiten von Kreisen/Städten und Freistaat geben. (Symbolfoto)  © Imago/CHROMORANGE

Kommission animiert zu weiteren Vereinfachungen

Der Reformkommission gehörten auch Bert Wendsche (62, l.) für den Städte- und Gemeindetag und Henry Graichen (49, beide CDU) für den Landkreistag an.  © Petra Hornig

"Sachsen braucht starke und handlungsfähige Kommunen", betonte der Ministerpräsident. Erste Empfehlungen der Kommission sollen schon in diesem Monat in die laufenden Planungen zur Staatsmodernisierung und das erste Kommunale Freiheitsgesetz einfließen, sagte Kretschmer.

Bis zum Ende durchdekliniert sind die Empfehlungen nicht. Der Kommission blieb weniger Zeit als ursprünglich vorgesehen. Wo weitere Vereinfachungen möglich sind, sollen die Kommunen und auch staatliche Stellen deshalb in den nächsten zwei Jahren überprüfen.

Zudem nützen Vorschläge wenig, sofern sie nicht umgesetzt werden. Dazu Innenminister Armin Schuster (64, CDU): "Gerne nehmen wir den Ball der Kommission auf und arbeiten in den kommenden Monaten für mehr Freiheiten in den Kommunen und in der Wirtschaft."

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