Kult-Milchbar in Bischofswerda bleibt bestehen: Mutter-Tochter-Duo sorgt für frischen Wind

Bischofswerda - Frischer Wind in der Milchbar in Bischofswerda (1957 eröffnet)! Noch voriges Jahr war unklar, ob das Kult-Eiscafé weiterbetrieben werden kann, weil für Betreiberin Ines Kuban (65) die Rente anstand und Mitstreiterin Ronny Marschner (62) den Laden nicht allein schmeißen konnte. Doch sie hat Nachfolger gefunden.

Künftig betreiben Josefine Opitz (21, l.) und ihre Mutter Sylvia Kretzschmar (59) die Milchbar.
Künftig betreiben Josefine Opitz (21, l.) und ihre Mutter Sylvia Kretzschmar (59) die Milchbar.  © Steffen Füssel

Seit voriger Woche werkelt ein Mutter-Tochter-Duo aus Steinigtwolmsdorf im Laden und bereitet die Neueröffnung vor. "Ein eigenes Café war immer schon unser Traum.

Mit der Milchbar hat sich dafür eine Möglichkeit ergeben", erklärt Josefine Opitz (21), die eigentlich Krankenschwester gelernt hat. Künftig steht sie Vollzeit hinter der Milchbar-Theke, Mama Sylvia Kretzschmar (59) ist ihre Teilzeit-Angestellte.

Wollen sie die legendäre Schiebocker Milchbar verändern? "Wir werden Wände streichen, Möbel austauschen und die Karte anpassen", sagt Sylvia Kretzschmar. Sie betont: "Die klassischen DDR-Eisbecher wie Schwedenbecher oder Balkansplit bleiben."

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Die Rezeptur für das kultige Softeis soll ebenfalls gleich bleiben, auch wollen die neuen Betreiber weiterhin klassischen Filterkaffee ausschenken.

Schon im 19. Jahrhundert befand sich eine Gastwirtschaft im Haus, 1957 dann wurde die Milchbar eröffnet.
Schon im 19. Jahrhundert befand sich eine Gastwirtschaft im Haus, 1957 dann wurde die Milchbar eröffnet.  © Steffen Füssel
40 Jahre lang servierte Ronny Marschner (62) Kaffee in der Milchbar.
40 Jahre lang servierte Ronny Marschner (62) Kaffee in der Milchbar.  © Thomas Türpe

Kult-Milchbar in Bischofswerda will einige Fleischgerichte von der Speisekarte streichen

Die Milchbar ist ein beliebter Anlaufpunkt für Kaffeekränzchen.
Die Milchbar ist ein beliebter Anlaufpunkt für Kaffeekränzchen.  © Thomas Türpe

"Aber wir werden in einen Kaffeevollautomaten investieren und neben Kuh- auch Hafermilch ins Sortiment nehmen", sagt Josefine Opitz.

Zudem werden Fleischgerichte wie Bockwürste aus "ethischen Gründen" von der Karte gestrichen.

Mutter und Tochter sind frohen Mutes, dass ihre neue Milchbar ein Erfolg wird: "Das Lokal liegt zentral in Bahnhofsnähe und hat Stammkundschaft, die sich freut, dass es hier weitergeht", so Sylvia Kretzschmar, die für den Neueröffnungstag am 14. Februar mit viel Andrang rechnet.

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Ab dann soll die Milchbar täglich (außer samstags) von 13 bis 18 Uhr öffnen.

Titelfoto: Steffen Füssel

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