Luftraum über Griechenland gesperrt: Diese Sachsen sitzen auch fest

Athen/Hurghada - Ab Montag nimmt das neue Jahr so richtig Fahrt auf: Die mystische Zeit zwischen den Jahren ist vorüber, die Schule beginnt, die Arbeit ruft. Doch nicht so für in den Süden geflogene Urlauber: Wegen einer technischen Panne war am Sonntag der Luftraum über Griechenland gesperrt. Dutzende Sachsen sitzen mit Hunderten weiteren Deutschen an unzähligen Flughäfen fest!

Die Chemnitzer Robert Naumann (39, l.) und Steve Böhme (46) hatten sich das Ende ihres Männerurlaubs ganz anders vorgestellt.
Die Chemnitzer Robert Naumann (39, l.) und Steve Böhme (46) hatten sich das Ende ihres Männerurlaubs ganz anders vorgestellt.  © Holm Helis

Die Chemnitzer Robert Naumann (39) und Steve Böhme (46) hatten sich einen Männerurlaub über Weihnachten und Neujahr im ägyptischen Hurghada gegönnt.

Doch die Entspannung des Urlaubsparadieses haben sie dort gelassen: "7 Uhr war der Start geplant, wir sind dafür schon halb vier vom Hotel abgeholt worden. Inzwischen sitzen wir seit acht Stunden am Flughafen", ärgern sie sich zusammen mit TAG24-Fotograf Holm Helis (58), der ebenfalls dort gestrandet ist.

"Das ist eine Katastrophe! Es gibt absolut keine Infos. Und wenn, dann sind die Durchsagen unverständlich."

Endlich Schnee ohne Ende: Großer Andrang auf Sachsens Pisten
Sachsen Endlich Schnee ohne Ende: Großer Andrang auf Sachsens Pisten

Der Grund: Massive Störungen bei den zentralen Funksystemen der griechischen Fluglotsen! Keiner der Flugverkehrsleiter konnte mit seinen Kollegen Kontakt aufnehmen. Dabei ist das deren zentraler Job, damit Flugzeuge nicht in der Luft kollidieren.

Wegen des Ausfalls des Fluglotsensystems sitzen Tausende Touristen auf Flughafen in Hurghada (Ägypten) fest.
Wegen des Ausfalls des Fluglotsensystems sitzen Tausende Touristen auf Flughafen in Hurghada (Ägypten) fest.  © Holm Helis
Rein und wieder raus. Einige waren schon im Flieger - und "durften" ihn dann wieder verlassen.
Rein und wieder raus. Einige waren schon im Flieger - und "durften" ihn dann wieder verlassen.  © Holm Helis

Griechische Uralt-Technik sorgte schon in der Vergangenheit für Einschränkungen im europäischen Verkehr

Auf und davon - so hatten es sich die meisten erhofft. (Symbolbild)
Auf und davon - so hatten es sich die meisten erhofft. (Symbolbild)  © IMAGO/Depositphotos

Der griechische Fluglotsen-Chef Panagiotis Psarros tobte: "Unsere Systeme sind uralt", schimpfte er beim Sender ERTNews. Darauf habe die Fluglotsen-Gewerkschaft schon hingewiesen.

Alle griechischen Flughäfen ließen ihre Vögel am Boden. So aber auch alle, die über Griechenland zurückfliegen wollten. Die griechische Uralt-Technik sorgte schon in der Vergangenheit für massive Einschränkungen im europäischen Verkehr: Nach Daten von Eurocontrol sind nur die Griechen für 16 Prozent aller verspäteten EU-Flüge verantwortlich, allein Ryanair zählte im vergangenen Jahr über 6000 Verspätungen.

Medienberichten zufolge steckte tatsächlich ein Ausfall älterer Radaranlagen dahinter, die schon lange ausgetauscht werden sollten. Also kein Cyber-Angriff oder ähnliches. Das tröstet TAG24-Fotograf Holm Helis nur wenig. Auch er sollte seit 7 Uhr im Flieger sitzen. "Wir mussten aus unserem Flugzeug sogar wieder aussteigen. Bislang nehmen wir's mit Humor. Das Heineken kostet hier trotzdem 15 Euro."

Blitz-Flaute in Sachsen: Expertin äußert sich zum Grund
Sachsen Blitz-Flaute in Sachsen: Expertin äußert sich zum Grund

Zum Nachmittag waren die Probleme teilweise behoben, erste Flugzeuge hoben vorsichtig ab. Robert, Steve und Holm sollten also auch bald im Flieger Richtung Heimat sitzen. Für die Maschine nach Köln wären das dann 15 Stunden Verspätung. Immerhin haben damit alle Anspruch auf Entschädigung bis 600 Euro. Aber ob das die zerstörte Urlaubsruhe wettmacht?

Titelfoto: Bildmontage: Holm Helis (2)

Mehr zum Thema Sachsen: