Von Andreas Hummel
Leipzig - Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau kämpft mit einem erheblichen Auftragsrückgang.
Die Bestellungen sanken im ersten Quartal entgegen dem Bundestrend um 15 Prozent, wie der Branchenverband VDMA Ost informierte. Das liege vor allem an einer geringen Nachfrage aus dem Ausland. Während das Inlandsgeschäft um 16 Prozent zulegte, brachen die Aufträge aus anderen Ländern im Vergleich zum Vorjahresquartal preisbereinigt um 22 Prozent ein.
"Die Kunden unserer Mitglieder investieren aktuell vor allem in Instandhaltung und Effizienz des Status quo", erläuterte der Geschäftsführer des VDMA Ost, Oliver Köhn, die jüngste Entwicklung. "Größere Investitionsentscheidungen werden aufgrund geopolitischer Unsicherheiten verschoben."
Die Lage der Branche in den ostdeutschen Bundesländern stellt sich dabei dramatischer dar als in anderen Regionen. Bundesweit vermeldete die Branche ein Auftragsplus von 4 Prozent. Dies sei vor allem auf große Anlagen und Aufträge zurückzuführen, hieß es.
Zum Vergleich: In Baden-Württemberg legte das Auftragsvolumen um 7 Prozent zu, in Bayern um 6 Prozent. Negativ war die Entwicklung den Angaben zufolge auch in Nordrhein-Westfalen (–10 Prozent).
Zum VDMA-Landesverband Ost zählen nach eigenen Angaben etwa 350 Unternehmen, Werke und Niederlassungen des Maschinen- und Anlagenbaus in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Im Jahresdurchschnitt 2025 bot die Branche 78.200 Menschen Arbeit. Erfasst sind dabei aber nur Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern.