Mit zwölf Jahren schon wie ein ganz Großer: Lennard ist Deutschlands jüngster Winnetou

Von Benjamin Schön und Daniel Förster

Bischofswerda - Lennard Ahrendt (12) ist der jüngste Winnetou-Darsteller Deutschlands. Seit drei Jahren verkörpert der Schüler den legendären Apachen-Häuptling auf der Waldbühne Bischofswerda - und das mit einer verblüffenden Professionalität. Selbst DEFA-Legende Gojko Mitić (85) reiste schon an und bewunderte das Mini-Talent.

Ab diesem Wochenende tritt Lennard wieder auf. Tickets für das Stück "Der Alte Scout" sind jedoch bereits komplett ausverkauft.  © Daniel Förster

"Durch die Winnetou-Filme, die er sich schon oft angeschaut hat, war Lennard grundlegend von dem Titelhelden begeistert", weiß Vater Marko. "Nachdem wir bereits Gäste bei Vorstellungen waren, wünschte er sich sehnlichst, dort mitzuspielen." Ein Anruf bei Theater-Chef Uwe Hänchen (63) machte den Traum schnell wahr.

Wer nun glaubt, die riesige Hauptrolle würde den Zwölfjährigen der Evangelischen Mittelschule Gaußig erdrücken, der irrt gewaltig.

Während andere in seinem Alter vor Referaten zittern, schüttelt er die seitenlangen Skripte lässig aus den Ärmeln. "Den Text auswendig zu lernen, ist für mich keine Herausforderung", erzählt Lennard wie ein alter Hase.

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"Vor der ersten Aufführung hatte ich ziemliches Lampenfieber", erinnert er sich. Doch das ist mittlerweile längst vergessen.

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Mit anderen Kinderdarstellern performt Lennard bei den Karl-May-Festspielen auf der Waldbühne Bischofswerda.  © Daniel Förster
Gojko Mitić (86), auch als Winnetou des Ostens bekannt, ist Schirmherr der Spiele in Bischofswerda.  © Daniel Förster

Für seine Rolle muss er sogar auf dem Pferd reiten können

Im vergangenen Jahr starb Lennard in "Winnetou III" den mitreißenden Bühnentod.  © Daniel Förster

Für den Jungen ist der edle Apache ohnehin viel mehr als nur Textpauken. "Ich versuche, die Anmut und die Tapferkeit für das Gute einzustehen, im Spiel reell auf die Bühne zu bringen. Er ist auch ein Vorbild für mich."

Wie tief er in seiner Rolle steckt, bewies der Schüler vor allem in der dramatischen Sterbeszene des vergangenen Jahres. Lennard spielte so echt, dass im Publikum reihenweise die Tränen flossen. "Wir sind jedes Mal mitgestorben", erinnert sich sein Vater.

Echte Professionalität zeigt der Nachwuchs-Häuptling auch beim Umgang mit seinem tierischen Partner. "Das Pferd so zu führen, dass es zur richtigen Zeit am richtigen Fleck steht, ist manchmal sehr tagesformabhängig."

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Trotz des großen Trubels ist von Star-Allüren keine Spur. Bodenständig und reif stellt der junge Star klar: "Ich fühle mich nicht als etwas Besonderes im Gegensatz zu jemandem, der nur eine kleinere Rolle mit weniger Textanteil hat. Ich finde, dass jeder Darsteller die Aufführung zum Erfolg macht."

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