Nach Amazon-Prime-Erfolg: Horror-Regisseur aus Sachsen startet jetzt richtig durch
Glauchau/Leipzig - Als der gebürtige Glauchauer Regisseur David Brückner Ende 2024 die Horror-Anthologie "German Horror Story" drehte, konnte niemand ahnen, welche Entwicklung das Projekt nehmen würde. Nach der Weltpremiere beim Festival "Weekend of Fear" fand der Film einen Verleih, inzwischen läuft er bei Amazon Prime. Ende September soll sogar eine DVD- und Blu-ray-Version erscheinen.
Dass der Streaming-Start so plötzlich kam, überraschte auch den Regisseur. "Auf einmal war das Ding auf Amazon Prime online, wo ich auch dachte: 'Okay, gut, hättet ihr mal was gesagt.'" Kurz darauf berichtete sogar das Klatsch-Portal Promiflash.
"Ich habe mir immer gesagt, aus Spaß, dass ich halt irgendwann mal auf Promiflash erscheinen will. Dass es jetzt so klappt, so ungeplant, ist sehr lustig."
Doch Brückner möchte den Erfolg nicht für sich allein verbuchen. Die Anthologie vereint zehn Kurzfilme von Filmschaffenden aus Deutschland und Österreich.
"Mein Anteil daran ist ja letztendlich der geringste. Ich habe einen Kurzfilm dabei und die Rahmenhandlung sowie die Idee. Jeder hat eine andere Handschrift."
Das Spannende daran sei, "dass das ein Potpourri aus der deutschen Filmszene ist".
Stillstand? Kennt David Brückner nicht
Während "German Horror Story" weiter Aufmerksamkeit bekommt, arbeitet der Regisseur, der mittlerweile in Leipzig lebt, längst an neuen Stoffen. Für den Kurzfilm "Mazzikin" über eine Künstlerin, gespielt von Sophie Pfennigstorf (36), die einen jüdischen Dämon beschwört, erhielt er 9000 Euro Förderung der Sächsischen Landesmedienanstalt.
Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen unterstützt außerdem die Entwicklung seines autobiografisch angehauchten Coming-of-Age-Films "Dorfkind" mit 5000 Euro. "Ich musste auch jahrelang probieren, machen und lernen, dass da jetzt irgendwie mal Gelder kommen."
Parallel arbeitet Brückner an "GalaxSin", einem international angelegten Science-Fiction-Liebesfilm mit Soft-Erotik-Elementen. Gedreht wurde komplett auf Englisch mit Schauspielern aus mehreren europäischen Ländern. Der Regisseur setzt große Hoffnungen in das ungewöhnliche Projekt: "Das wird wahrscheinlich der erfolgreichste Film von mir. Weil es so ein merkwürdiger Mix ist und so eine merkwürdige Nische, dass das wahrscheinlich international durch die Decke geht."
Dabei entstehen seine Filme nicht hauptberuflich. Brückner arbeitet Vollzeit, ist vor wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater geworden. "Familie ist das größte Steckenpferd", sagt er.
Titelfoto: Ralph Kunz

