Nach Massaker mit elf toten Rehen: Tierschützer stellen Anzeige

Lichtenau - Es ist ein Fall, der deutschlandweit für Entsetzen gesorgt hat: Bei Lichtenau (Landkreis Mittelsachsen) wurden im Mai bei Mäharbeiten elf Rehkitze getötet. Nun hat sich auch die Tierschutzorganisation PETA zu Wort gemeldet.

Junge Rehe verharren bei Gefahr regungslos am Boden und flüchten nicht. Das wurde im Mai elf Tieren in Lichtenau zum Verhängnis. (Symbolbild)  © mazikab/123 RF

Wie PETA mitteilte, hat die Tierschutzorganisation am 11. Juni bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz Strafanzeige gegen den Geschäftsführer der Agrargenossenschaft und den Fahrer der Mähmaschine erstattet.

"Die Verantwortlichen sind Hinweisen offenbar bewusst nicht nachgegangen und haben stattdessen ein Massaker veranstaltet. Das ist unverzeihlich. In diesem Fall hoffen wir auf eine empfindliche Strafe, damit die Verantwortlichen bei der Mahd künftig keine Tiere mehr töten", so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA.

Was war passiert? In den Wochen vor den Mäharbeiten hatten Anwohner immer wieder Tiere auf der Wiese gesichtet und auch Alarm geschlagen, als bekannt wurde, dass der Bereich am Pfingstmontag gemäht werden sollte.

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Bei den Arbeiten passierte dann das tödliche Unglück. Später wurden elf Kadaver gefunden.

Die zuständige Agrargenossenschaft in Claußnitz beschwichtigte auf Nachfrage, ließ mitteilen, dass es keine Absicht gewesen sei. Solche Vorfälle würden immer wieder passieren. "Es ist sehr schwierig, mit Jägern und durch eigene Mitarbeiter die Flächen abzuprüfen."

Nicht nur PETA hat inzwischen Anzeige erstattet, sondern auch ein Anwohner, der noch während der Mäharbeiten versucht hatte, mit dem Fahrer der Landwirtschaftsmaschine zu sprechen.

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Auf dieser Wiese in Lichtenau passierte an Pfingsten das Unglück. Bei Mäharbeiten kamen elf junge Rehe ums Leben.  © Jan Härtel/Chempic

Tausende Kitze werden jährlich Opfer von Landmaschinen

In Deutschland kommen jährlich etwa 100.000 Rehe durch Landwirtschaftsmaschinen ums Leben oder werden durch diese verletzt. Rehkitze verharren bei Gefahr regungslos am Boden und vertraue auf ihre Tarnung, statt zu fliehen. In vielen Fällen werden Felder im Frühjahr vor der Mahd durch Drohnen kontrolliert.

Auch die Agrargenossenschaft Claußnitz wolle in Zukunft Drohnen und Wärmebildkameras zur Ortung einsetzen.

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