Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag: "Sollten alle Kräfte darauf konzentrieren"
Von Jörg Schurig
Dresden/Prag - Sachsen und Tschechien weisen dem Neubau der Bahnstrecke von Dresden nach Prag eine europäische Dimension zu und drängen auf Zusagen.
"Hier handelt es sich nicht um ein sächsisches Wunschprojekt, sondern ein bedeutendes europäisches Schlüsselvorhaben. Die EU steht bereit, es kräftig mitzufinanzieren", erklärte Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (62, CDU) nach einem Treffen mit dem tschechischen Verkehrsminister Ivan Bednárik (51).
Jetzt komme es darauf an, dass der Bund zu seinen Zusagen steht. "Wir brauchen Planungssicherheit, den Staatsvertrag und die nötigen Mittel im Bundeshaushalt."
Bednárik sprach im Anschluss von einem strategischen Projekt für die Tschechische Republik und Sachsen. "Zugleich ist sie eine Schlüsselinvestition in den modernen und nachhaltigen Verkehr in Mitteleuropa. Jetzt sollten wir alle Kräfte darauf konzentrieren, eine adäquate europäische Mitfinanzierung zu sichern", betonte der Verkehrsminister laut einer Mitteilung.
Er glaube fest daran, dass der Bundestag das Projekt baldmöglichst genehmige, damit man den Staatsvertrag unterzeichnen und die Realisierung vorantreiben könne.
Fahrzeit-Verkürzung auf eine Stunde geplant
Die Eisenbahnneubaustrecke Dresden–Prag hat für Sachsen höchste Priorität. Für die weiteren Planungsschritte müssen im Bundeshaushalt 2027 rund 20 Millionen Euro eingestellt werden, teilte das sächsische Infrastrukturministerium mit. Am 21. Mai will Kraushaar das Anliegen in einer Rede vor dem Plenum des Deutschen Bundestags erläutern.
Die Gesamtlänge der Strecke beträgt etwa 150 Kilometer. Kernstück ist ein 30 Kilometer langer Tunnel durch das Osterzgebirge zwischen Heidenau und Chabařovice.
Mit etwa 18 Kilometern auf deutscher Seite wäre er der längste Eisenbahntunnel in Deutschland. Momentan brauchen Züge zwischen Dresden und Prag etwa 2,5 Stunden. Die neue Strecke soll diese Zeit auf eine Stunde reduzieren.
Bei dem Treffen von Kraushaar und Bednárik ging es auch um die Elbeschifffahrt. Über Tochterunternehmen gehören auch die Elbehäfen Děčín und Lovosice zur Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe GmbH. Der Freistaat will sich dafür einsetzen, die Schiffbarkeit der Elbe zu erhalten und dort, wo es möglich ist, zu verbessern.
Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

