Dresden/Düsseldorf - Ab in den Urlaub! Aber Brutzeln in der Karibik oder tiefes Durchatmen in den Alpen kann sich nicht jeder leisten. Mit Urlaubsgeld ist das deutlich einfacher. Doch darüber kann sich im Osten nur jeder dritte Arbeitnehmer freuen. Im Westen ist der Anteil deutlich höher.
Da ist mehr drin: Nach einer Online-Befragung des Internet-Portals lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung betreut wird, erhalten 44 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld. In Westdeutschland sind es 46 Prozent, im Osten 33 Prozent.
"Der Ost-West-Unterschied lässt sich mit der geringeren Tarifbindung im Osten erklären", sagt die sächsische DGB-Chefin Daniela Kolbe (46). Sachsen liegt mit lediglich 42 Prozent der Beschäftigten mit Tarifbindung bundesweit an letzter Stelle.
An die Unternehmen appellierte Kolbe, sich nicht länger Tarifverträgen zu verweigern.
"Es ist bekannt, dass die Beschäftigten zunehmend mit den Füßen abstimmen und in Bundesländer pendeln, wo ihnen mehr geboten wird", so Kolbe.
Hohe Spannbreite bei Höhe des Urlaubsgeldes
Aber auch die Politik müsse endlich ihre Hausaufgaben machen und gesetzliche Rahmenbedingungen zur Stärkung der Tarifbindung schaffen.
Die Spannbreite bei der Höhe des Urlaubsgeldes ist übrigens hoch.
Sie reicht von 186 Euro bei den Beschäftigten in der Landwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern bis hin zu 2904 Euro für Angestellte in der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Westfalen-Lippe (NRW).