Nutzungsvertrag gekündigt: Mini-Eisenbahner aus Königstein sind aus den Räumen geflogen

Königstein - Aus nach fast 20 Jahren, Tränen bei Liebhabern, Streit hinter den Kulissen: Das Miniaturelbtal in Königstein ist dicht. Was für Besucher ein liebevoll gestaltetes Modellbahn-Paradies war, endete abrupt im offenen Konflikt zwischen Verein und Vermieterin.

Mitte Januar mussten Holger Prescher (60, r.) und sein Verein ihre Sachen packen.
Mitte Januar mussten Holger Prescher (60, r.) und sein Verein ihre Sachen packen.  © Marko Förster

Über Jahre zog die Miniatur-Ausstellung Modellbahnfreunde und Touristen in ihren Bann. Ehrenamtliche bauten das Elbtal im Maßstab 1:87 nach, investierten Tausende Stunden und Zehntausende Euro.

Doch plötzlich war Schluss: Der Verein musste die Räume verlassen. Laut Vereinsangaben seien sie von der Eigentümerin "in einem beispiellosen Akt von Ignoranz und Falschbezichtigung vor die Tür gesetzt" worden.

Vermieterin Diana Blanco Reynoso (39) weist das zurück. Der Entschluss sei ihr "nicht leichtgefallen". Sie erklärt: "Die Anlage gehört mir. Es gab einen kostenlosen Nutzungsvertrag bis 2029. Dafür sollten die Räume erhalten und gepflegt werden."

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Der Streit sei eskaliert, nachdem der Verein aus ihrer Sicht wiederholt unberechtigt Müll bei ihr entsorgt habe.

Wer recht hat, wird wohl schwer herauszufinden sein

Das Miniatur-Elbtal ist ein Nachbau der Eisenbahnstrecke zwischen Obervogelgesang und Bad Schandau.
Das Miniatur-Elbtal ist ein Nachbau der Eisenbahnstrecke zwischen Obervogelgesang und Bad Schandau.  © Marko Förster

Besonders schwer wiegt für sie ein weiterer Vorwurf: "Sie haben Schlösser aufgebrochen und ausgetauscht, sodass ich keinen Zugang mehr hatte." Auch Übernachtungen in den Räumen habe sie beobachtet. Am Ende habe sie gekündigt. "Ich plane, die Ausstellung selbst weiterzuführen."

Vereins-Chef Holger Prescher (60) zeigt sich empört und schildert die Lage auf TAG24-Anfrage völlig anders. "Man hat versucht, uns seit Monaten rauszuekeln", schimpft er.

"Erst wurde Wasser abgestellt, dann nachts Pumpen abgebaut." Die Vorwürfe weist er zurück: "Das mit den Schlössern stimmt nicht - das können wir mit Zeugen belegen." Juristisch hätte man sich wehren können, sagt Prescher, "aber so ein Streit kostet Geld, das wir als Verein nicht haben".

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Wer am Ende recht hat, wird wohl nur schwer herauszufinden sein. Fest steht nur: Wegen des Streits verschwindet auf unbestimmte Zeit eine besondere Attraktion aus der Region.

Titelfoto: Marko Förster

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