Bundeswehr lässt Ballons über Sachsen steigen: Das ist der Grund
Weißkeißel - Aufsehenerregende Aktion in der Oberlausitz: Das Zentrum "Operative Kommunikation" der Bundeswehr lässt bis Anfang Februar im Rahmen des Manövers "Colder Iron 2026" den Abwurf von Flugblättern trainieren.
Für die sogenannte "abstandsfähige Produktverbringung" sind rund 100 Soldaten der 5. Einsatzkompanie aus Mayen (Rheinland-Pfalz) in den Osten von Sachsen verlegt worden.
Dort steht das Befüllen von Ballons mit Helium auf dem Programm. Dabei kann ein Durchmesser von bis zu 1,70 Meter erreicht werden. An der Schnur baumelt dann eine Botschaft, die in eine Höhe von bis zu 5000 Metern transportiert wird.
Es handelt sich jedoch nur um Übungsflugblätter, auf denen lediglich ein Symbol und ein Text in deutscher und polnischer Sprache für den Finder abgedruckt sind, so das Landeskommando. Im Ernstfall würden wichtige Botschaften an Menschen in schwer erreichbaren Regionen übermittelt.
"Zielgebiet ist der Truppenübungsplatz Oberlausitz. Die Region, in welcher die Ballons aufsteigen werden, ist dabei witterungsabhängig und wird tagesaktuell angepasst. Städte und Ortschaften werden gemieden", heißt es.
Abweichungen von der Flugbahn möglich
Durch Wind- und Witterungsbedingungen könnten Flugblätter ihr Ziel verfehlen und in den umliegenden Ortschaften landen, so der Hinweis der Bundeswehr.
Dabei sei es auch nicht ausgeschlossen, dass die Grenzen zu den Nachbarländern überschritten werden. "Informationen zu der geplanten Übung wurden deshalb auch an die angrenzenden Partnerkommandos in Polen und Tschechien übermittelt." Zudem wüssten auch die jeweiligen Militärattachés in den deutschen Botschaften in Prag und Warschau über das Vorhaben Bescheid.
Mögliche Finder würden gebeten, eine Meldung an die angegebene Adresse zu schicken. Danach könne das Stück Papier, das umweltverträglich zersetzbar sei, in einem Papierkorb entsorgt werden.
"Die Übung dient der Truppe zur Festigung ihrer Fähigkeiten und trägt somit zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr bei", heißt es zum Anlass.
Titelfoto: Bundeswehr/Anne Weinrich

