Oberleitungen, Bronzestatuen, Bahnschienen: Wie Entsorger geklautes Buntmetall entlarven

Görlitz - Buntmetalldiebe sollen nach bisherigen Ermittlungen für den tragischen Hauseinsturz in Görlitz mit drei Todesopfern verantwortlich sein. Der Fall zeigt, welche Folgen der Diebstahl von Kupfer und anderen Metallen haben kann: im Bahnverkehr, im Stromnetz oder auf Baustellen.

Die Überreste des eingestürzten Gründerzeithauses in Görlitz.  © Sebastian Kahnert/dpa

Wertstoffhöfe und Entsorger stellen sich seit Jahren auf das Problem ein. Der Anreiz ist hoch: Eine Tonne Kupfer bringe aktuell bis zu 8000 Euro, schätzt Jens Thieme vom Entsorger Alba.

"Also was wir alles erlebt haben, sind Eisenbahnschienen, die rausgeschnitten werden. Wir hatten auch mal den Fall, dass dann irgendwo eine Bronzestatue angeliefert wurde und die war dann irgendwo von einem Marktplatz geklaut. Das Beliebteste sind aber tatsächlich Kabeldiebstähle", so Alba.

Wenn sich der Verdacht erhärtet, nehmen Betriebe solche Materialien in der Regel nicht an. Auffällig sind etwa ungewöhnliche Gegenstände oder große Mengen Buntmetall, die Privatpersonen anliefern. Bei Kabeln und Kupferleitungen ist die Lage schwierig.

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"Das ist natürlich im Nachhinein schwierig, weil das sieht alles gleich aus", sagt Helder Leite, Leiter der Wertstoffhöfe vom Entsorger Nestler in Dresden. Erfahrung hilft trotzdem. "Bei mir muss keiner mit einer Oberleitung von der Bahn ankommen. Ich weiß, dass man das nicht kaufen kann."

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Branche reagiert mit Kontrollen und klaren Regeln

Regelmäßig kommt es zum Diebstahl von Kupferkabeln. Hier wurden 200 Kilogramm in einem polnischen Mazda entdeckt.  © Bundespolizei Ebersbach

Auch die Geschichten dahinter sind oft ein Warnsignal. So seien ihm massive Erdkabel angeboten worden, angeblich gefunden in "Opas Garten".

In solchen Fällen verweigere er die Annahme. Kurz darauf sei das Material wenige Meter vom Hof entfernt wieder aufgetaucht, "obwohl es sehr wertvoll war".

Die Branche reagiert mit Kontrollen und klaren Regeln. Seriöse Entsorger erfassen Personalien, prüfen Anlieferungen genauer und melden Verdachtsfälle der Polizei.

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