Dresden/Berlin - Echt jetzt? Die Pflegekosten für einen Heimplatz in Sachsen sind schon wieder um knapp 300 Euro gestiegen. Das BSW schlägt Alarm.
Bewohner von Pflegeheimen bezahlen im Freistaat durchschnittlich 3152 Euro aus eigener Tasche monatlich hinzu und damit rund 300 Euro mehr als vor einem Jahr. Das ergab eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen (vdek).
Bundesweit liegt der Eigenanteil laut Verband bei 3364 Euro. "Die Pflegekosten steigen ungebremst und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen", sagt die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner (61).
Als Grund für die Steigerungen nennt der Verband vor allem die Personalkosten. So seien die Gehälter in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aber auch Unterkunft und Verpflegung (+50 Euro) sowie die sogenannten Investitionskosten für den Bau oder die Instandhaltung der Gebäude (+14 Euro) seien teurer geworden.
Elsner: "Wir brauchen eine Begrenzung des Kostenanstiegs!"
Das sind die Kernpunkte des Antrags
Den fordert die Linke Sachsen gebetsmühlenartig seit Jahren. Auch das BSW ist am Thema dran. Die Fraktion hat dem Landtag vor einigen Tagen einen Antrag vorgelegt (Drs. 8/7591), der Pflegebedürftige finanziell entlasten und Kommunen bei den stetig steigenden Ausgaben für die Hilfe zur Pflege unterstützen soll.
"Viele Menschen haben ein Leben lang gearbeitet, Beiträge gezahlt und fürs Alter vorgesorgt. Trotzdem reicht die Rente heute oft nicht mehr aus, um einen Pflegeheimplatz zu bezahlen", sagt der Fraktionsvorsitzende Ronny Kupke (49).
Kernpunkte des Antrags sind die Einführung eines Pflegewohngeldes, die transparente Prüfung der Investitionskosten in Pflegeheimen und ein gesetzlicher Pflegekostendeckel.
Kupke: "Es bringt nichts, wenn der Freistaat spart und am Ende die Landkreise, Städte oder Familien die Rechnung bezahlen müssen."