Porzellanmanufaktur Meissen: Hier wird schon an etwas gedacht, das im Hochsommer kaum jemanden beschäftigt

Meißen - In der Zeichenschule der Porzellanmanufaktur Meissen weihnachtet es schon. Die Porzellanmaler-Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres zeichnen Tannenbäume, Orangen, Rehe, Zuckerstangen und Pfefferkuchen. Mitten im Sommer arbeiten sie an Entwürfen für den Adventskalender der Manufaktur! Er ist auf 1000 Stück limitiert und erscheint im Oktober.

Ausbildungschefin Manuela Hannß (52) gibt Tipps, leitet an und motiviert.  © Eric Münch

"Viele Jahre gab es einen Jahreskalender mit Blumen. Aber wir wollen natürlich die Ausbildung auffrischen und moderner gestalten", sagt Ausbildungs-Chefin Manuela Hannß (52).

2025 erschien der erste Adventskalender - das Titelbild malte Thorid Bachmann (21). In diesem Jahr zeichnet sie - zusammen mit den knapp zehn Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres - mit einem feinen Feh-Haar-Pinsel Entwürfe für die 24 Fensterchen.

Emily Schock (21) setzt das Hauptmotiv um, das sich um ein süßes blaues Füchslein spinnt. "Das ist schon eine große, tolle Aufgabe. Meine Mama, meine Oma und meine kleine Schwester werden einen Kalender bekommen", blickt Emily von den Entwürfen auf. Die Anatomie des Tieres muss sie sich selbst erarbeiten.

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Einfacher ist es da bei Blumen - die bringen die Azubis für das Naturstudium selbst mit. Oder bei Vogelmotiven.

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Ein Schrank voller Vögel - teils sind die ausgestopften Tiere 100 Jahre alt.  © Eric Münch
Hinter jedem Türchen verbirgt sich ein gemaltes Motiv.  © Eric Münch
Herrlich altmodisch! So schön wird der Adventskalender.  © Eric Münch

Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre

Azubine Emily Schock (21) hat auch im zweiten Lehrjahr schon den Bogen raus.  © Eric Münch

"Wir haben über 200 rund 100 Jahre alte Vogelpräparate, die wir wie einen Schatz hüten", öffnet Manuela Hannß Schranktüren. Vom Eisvogel bis zum Kauz präsentiert sich eine bunte Vogelwelt.

"So können unsere Auszubildenden die Vögel rundherum betrachten und Details wie das Federkleid genau studieren. Das könnte ein Foto nicht leisten", erklärt die Ausbilderin.

In den Schubladen des Grafik-Schrankes schlummern die präzisen Farbzeichnungen der Azubis - kleine Kunstwerke, die von großem Talent zeugen.

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"Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Der Andrang ist groß. Wir haben über 100 Bewerber pro Jahr", weiß Hannß. Und die müssen nicht nur zehn Arbeiten einreichen, sondern auch eine Eignungstest-Woche bestehen.

Danach starten am 1. September fünf neue Azubis in die Ausbildung zur Porzellanmalerin. "Jede bekommt von uns eine vom zweiten Lehrjahr handbemalte Zuckertüte. Auch das ist neu auf dem Ausbildungsplan."

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