Wurzen - Große Aufregung am Sonntagabend in Wurzen: Zuerst zog eine junge Frau randalierend durch die Innenstadt und richtete mit einer Eisenstange Schäden von über 10.000 Euro an. Wenig später explodierte einige Hundert Meter weiter eine selbst gebaute Bombe.
Während wohl die meisten Wurzner am Sonntagabend vor den TV-Geräten "Tatort" schauten, wurde ihre Stadt gleich zweimal zum realen Tatort. Zunächst gingen in der Innenstadt mehrere Scheiben zu Bruch. Eine 26-Jährige zog mit einer Eisenstange bewaffnet über die Friedrich-Engels-Straße und hieb alles kurz und klein, was ihr im Wege stand.
Nach Angaben der Polizei demolierte sie unter anderem einen Mercedes, schlug an einer Fleischerei, einer Bäckerei und am Ladenlokal eines Bestatters die Scheiben ein. Anschließend stürmte Aline K. in die Filiale einer Bank und kämpfte dort mit den Geldautomaten. Ausgang: drei Bankomaten verloren ihre Monitore.
Von Anwohnern alarmierten Streifenbeamten gelang es schließlich, die wild gewordene Dame zu entwaffnen. Ein Polizist wurde dabei leicht verletzt, da sich Aline K. massiv zur Wehr setzte.
Sie wurde später vom Rettungsdienst in eine Psychiatrie gebracht. Was den Anlass ihrer Randaletour gab, ist bislang unklar.
Unbekannte bauen Feuerlöscher in Sprengsatz um
Rund zwei Stunden später riss dann ein gewaltiger Knall die Anwohner der August-Bebel-Straße aus dem "Tatort"-Finale.
Nach Angaben der Polizei war auf der Straße ein Feuerlöscher explodiert, den Unbekannte zuvor vermutlich mit Schwarzpulver gefüllt und so zu einer Bombe umgebaut hatten. Metallsplitter flogen den Angaben zufolge bis zu 20 Meter weit, beschädigten Türen und Fenster. Glücklicherweise war die Gegend zu dieser Zeit menschenleer, sodass niemand verletzt wurde.
Kriminaltechniker untersuchten noch in der Nacht den Tatort und sicherten die Splitter.
"Der bisher festgestellte Schaden liegt bei 2000 Euro, wir suchen nun Zeugen, die uns Hinweise auf die Täter geben können", sagte Polizei-Sprecher Moritz Peters zu TAG24. Auch in diesem Fall sei das Tatmotiv unklar.