"Sondervermögen" nicht zu spüren: Baubranche fühlt sich von öffentlicher Hand ausgehungert

Leipzig - Lassen der Freistaat und seine Kommunen die Baubranche im Regen stehen? So sieht es jedenfalls der Bauindustrieverband-Ost. Und kritisiert, dass vor allem im Tief- und Straßenbau nichts vom sogenannten "Sondervermögen" ankommt.

Vor allem der Straßenbau habe bislang noch nichts vom sogenannten "Sondervermögen" gespürt, kritisiert der Branchenverband.
Vor allem der Straßenbau habe bislang noch nichts vom sogenannten "Sondervermögen" gespürt, kritisiert der Branchenverband.  © Steffen Füssel

Die öffentliche Hand lasse die Baubranche nahezu hängen, kritisiert Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. "Unsere Mitgliedsunternehmen, insbesondere in Sachsen, klagen seit Langem, dass im Straßenbau zu wenig ausgeschrieben wird, dass nichts am Markt ankommt."

Vom Milliarden-Sondervermögen für die Infrastruktur merkten die Unternehmen bislang nichts.

Der Bauindustrieverband beschreibt zwei große Probleme mit den von der Politik als "Sondervermögen" deklarierten XXL-Staatsschulden, die angeblich der Infrastruktur zugutekommen sollen.

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Momberg: "Das Kriterium der Zusätzlichkeit wird bei Weitem nicht erfüllt. Ökonomen haben ausgerechnet, dass höchstens 50 Prozent der Summe wirklich on top kommen. Und selbst wenn es zusätzlich ist, heißt es noch nicht, dass es in Infrastruktur oder Klimaneutralität geht."

Es gibt einen Hoffnungsschimmer für Baubranche in Sachsen

Die öffentliche Hand lässt die Baubranche hängen, klagt Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost.
Die öffentliche Hand lässt die Baubranche hängen, klagt Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost.  © DPA

Was die Branche zudem seit Jahren belastet: Im Wohnungsbau wirke noch immer ein "Giftcocktail" aus gestiegenen Finanzierungskosten, hohen Baupreisen und Regulierungsanforderungen, so Momberg.

Immerhin mache eine langsam anziehende Nachfrage nach Baukrediten wieder Hoffnung.

Trotz aller Kritik scheint die Branche noch robust aufgestellt zu sein. Bei einer Blitzumfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Bauindustrieverbandes Ost schätzten im November fast 75 Prozent der Firmen ihre Ertragslage 2025 als mittel bis gut ein.

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Für das neue Jahr rechneten 35,5 Prozent mit steigenden und 32,3 Prozent zumindest mit konstanten Umsätzen. Rund 80 Prozent der Betriebe rechnen damit, ihre Belegschaft halten oder sogar vergrößern zu können.

Titelfoto: Bildmontage: Steffen Füssel; dpa

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