Sachsens Flughäfen in der Krise: Bundesländer wollen Airports mit weiteren 71 Millionen retten
Halle (Saale) - 100 Millionen Euro sind als Rettungspaket bereits bewilligt, doch Sachsens Flughäfen kommen nicht aus der Krise. Mit weiteren 71 Millionen Euro wollen Sachsen und Sachsen-Anhalt Leipzig/Halle und Dresden nun zwischen 2027 und 2029 unterstützen. Die Landesregierung in Magdeburg will dies jedoch an eine Bedingung knüpfen.
Denn anders als bei den bisherigen Hilfen will Sachsen-Anhalt offenbar darauf bestehen, dass die eigenen Zahlungen nur noch nach Leipzig und somit nicht mehr in die Stabilisierung des Standortes Dresden fließen. Das berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" am Montagabend.
In einer Beschlussvorlage, über die die Regierung am Dienstag beraten soll, heiße es dazu konkret: "Die Zuschüsse des Landes Sachsen-Anhalt werden ausschließlich als Finanzhilfe für Aufwendungen nichtwirtschaftlicher Art des Flughafens Leipzig/Halle eingesetzt."
Mit "Aufwendungen nichtwirtschaftlicher Art" seien dabei unter anderem die Kosten für Flugsicherung oder Brandbekämpfung gemeint.
Die gezielten Zahlungen nur für Leipzig/Halle sollen es demnach ermöglichen, an der gemeinsamen Aktiengesellschaft als Dachgesellschaft beider Flughäfen festzuhalten. Eine Privatisierung des Standorts Dresden wäre damit vorerst vom Tisch.
Sachsen und Sachsen-Anhalt wollen 62 Millionen Euro aufteilen
Die Mitteldeutsche Flughafen AG gehört zu 81,3 Prozent dem Freistaat Sachsen, zu 18,7 Prozent Sachsen-Anhalt. Kleinere Anteile der Städte Leipzig, Dresden und Halle sind darin eingeschlossen.
Von den jetzt geplanten Rettungszahlungen über 71 Millionen Euro sollen 62 Millionen Euro zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt entsprechend den Unternehmensanteilen aufgeteilt werden. Neun Millionen Euro hingegen, die ausschließlich für den Flughafen Dresden vorgesehen sind, sollen allein von Sachsen aufgebracht werden.
Weitere 80 Millionen Euro soll die Aktiengesellschaft durch die Vermarktung von Grundstücksflächen erlösen.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
