Dresden/München - "Bildung in der digitalen Welt" heißt ein Schwerpunkt der Bildungsministerkonferenz, die zurzeit in München abgehalten wird. Die angereisten Minister suchen gemeinsame Leitlinien für Kinder und Jugendliche im Umgang mit Social Media. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) tritt dabei mit deutlichen Worten auf.
"Kinder und Jugendliche brauchen mehr Medienkompetenz und weniger Bildschirmzeit. Der exzessive Konsum von Social Media ist wie eine Krankheit – mit langfristigen Folgen", sagt der Christdemokrat. Sein Standpunkt: "Ich bin für ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren."
Das Thema Social-Media-Nutzung treibt Bildungspolitiker in der ganzen Republik um. Die Bundesministerin Karin Prien (60, CDU) rief eine Expertenkommission ins Leben. Das Gremium will bis Ende Juni Handlungsempfehlungen vorlegen.
Sachsen machte diesbezüglich schon Nägel mit Köpfen. Clemens: "In Sachsen führen wir zum neuen Schuljahr einen Medienpass ein und weiten das Verbot für private Handys an Schulen bis zur Klassenstufe 8 aus."
Zudem hat Sachsen zum zweiten Schulhalbjahr bereits das Verbot für private Handys an Grundschulen eingeführt. Für weiterführende Schulen bis Stufe 8 soll es ab kommendem Schuljahr gelten.
Im Herbst plant man außerdem, Leitplanken (Orientierungsrahmen) zur Medienpädagogik zu veröffentlichen.