Dresden - Die Dresdner Sektionen des Deutschen Alpenvereins (DAV) und der Landesverband geben dem Umweltministerium Kontra: Sie lehnen den Entwurf des Ministeriums ab, alle 58 zugelassenen und gekennzeichneten Boofen im Nationalpark Sächsische Schweiz dauerhaft ab 2026 vom 1. Februar bis 15. Juni eines Jahres zu sperren.
"Diese Maßnahme ist aus unserer Sicht ungeeignet, grundlegende Probleme eines ausufernden Boofens zu lösen", erklären die organisierten Vertreter der Bergsportfreunde.
Auch der angedachten Einführung eines orts- und zeitgebundenen "Ticketsystems" können sie nicht viel abgewinnen. Sie fürchten, dass dies "Booftouristen" anlockt und sensible, nicht zugelassene Stellen als Übernachtungsplätze dann stärker frequentiert werden.
Die DAV-Vertreter favorisieren stattdessen ein Schulungskonzept sowie ein daran geknüpftes Jahresticket, um das Boofen wieder naturverträglich zu gestalten.
Diese Variante lässt sich ihrer Überzeugung nach gut mit der gelebten Praxis im Zusammenhang mit dem Klettern vereinbaren.
Boofen (Übernachten im Freien unter Felsüberhängen in der Sächsischen Schweiz) gehört von Anbeginn an zum Klettern im Elbsandstein. Wie geht es nun weiter? "Wir warten ab, was nachfolgende Instanzen jetzt entscheiden", so der Sprecher von Umweltminister Georg-Ludwig von Breitenbuch (54, CDU).