Brücken-Dilemma in Bad Schandau zerrt an den Nerven

Bad Schandau - Wenn in Bad Schandau von "Überbrückung" die Rede ist, stellen sich den Bürgern die Nackenhaare auf. Die Stadt sieht sich nicht nur mit einem, sondern mit gleich mehreren maroden Viadukten konfrontiert. Und mit einem massiven Verkehrsproblem.

Im Vordergrund die Bahnbrücke, dahinter ist die Elbbrücke zu sehen. Beide müssen ersetzt oder mindestens saniert werden.  © Steffen Füssel

Die Brücke im Stadtteil Porschdorf braucht dringend ein Update, die Bahnbrücke über die Elbe hat Betonkrebs, in der Elbbrücke an der B179 knackt der Baustahl mehr als verdächtig, die Brücke an der S169 ist alles andere als taufrisch.

Und dann ist da noch die sanierungsbedürftige Bahnhofstraße in Königstein in der Sächsischen Schweiz.

Als sei diese besorgniserregende Gemengelage nicht allein schon problematisch genug, droht mit Saisonbeginn die Touristenwelle über der Stadt zusammenzuschlagen.

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Dass den Bürgern - bei allem Verständnis für die Situation - langsam der Geduldsfaden reißt, war beim 2. Bürgerdialog am Donnerstagabend deutlich zu spüren: ernste Gesichter, kritische Fragen, angespannte Ruhe.

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Das Interesse am 2. Bürgerdialog am Donnerstag in Bad Schandau war groß.  © Steffen Füssel

Brücken-Neubau in Bad Schandau?

Die Elbbrücke ist auch weiterhin unter strenger Beobachtung der Fachleute.  © Stefan Häßler

Neubau? Die Bad Schandauer Elbbrücke an der B172 weist Betonkrebs und Brüche im Spannstahl auf.

Sie war deshalb zeitweise komplett gesperrt.

Seit November ist sie für Fahrzeuge bis 30 Tonnen einseitig und mit Ampelregelung befahrbar. Eine Freigabe bis 40 Tonnen wird geprüft.

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Eine Entscheidung über die Sanierung oder einen Neubau ist noch nicht gefallen. Der Bund, der die Kosten trägt, fordert eine Variantenuntersuchung, die aktuell durchgeführt wird.

Einige der Betonstahlseilverbinder sind bereits gerissen.  © Stefan Häßler

Das Ministerium und das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) tendieren jedoch zur Neubauvariante, wie Infrastrukturministerin Regina Kraushaar am Donnerstagabend andeutete.

Die Entscheidung trifft jedoch der Bund.

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Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (61, CDU) macht Druck, damit die Arbeiten so reibungslos über die Bühne gehen wie möglich.  © Steffen Füssel

Für eines der Probleme gibt es bereits eine Lösung: Die Bahnbrücke wird neu gebaut, zuvor - damit der Bahnverkehr weiter fließen kann - eine Behelfsbrücke errichtet.

Die Ausschreibung dafür ging am Freitag raus, im April starten die vorbereitenden Arbeiten zur Hangsicherung an der B172, ab Mai soll "richtig" gebaut werden. Spätestens im März 2027 soll das zehn Millionen Euro teure und 630 Tonnen schwere stählerne Bauwerk fertig sein.

"Wir machen Tempo, um die Einschränkungen in der Region bestmöglich und so zu begrenzen, wie es technisch möglich ist", sagte Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (61, CDU).

Der Neubau selbst soll von August 2028 bis Dezember 2030 realisiert, im Jahr darauf die Behelfsbrücke zurückgebaut werden.

Für die Brücke an der S169 laufen noch bis Mitte März Materialtests, parallel die Planungen unter Hochdruck. Abgesehen von der Elbbrücke muss alles andere warten.

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