Rathen - Schwere Gewitter zogen am Freitagabend über die Sächsische Schweiz und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Besonders hart traf es den Kurort Rathen. Ein Mann kam nahe der Felsenbühne ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt. Auch der Amselsee wurde von den Unwettern nicht verschont.
Auf Instagram gab der offizielle Account des Ausflugsziels einen Einblick in das Ausmaß der Schäden.
"Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Zerstörung. Unsere Wanderrast und der Bootsverleih wurden schwer beschädigt - die Hütte liegt unter umgestürzten Bäumen begraben, und das gesamte Ausmaß der Schäden können wir derzeit noch nicht abschätzen", so Inhaberin Verena Leister (33).
Die Wanderrast und der Bootsverleih am Amselsee bleiben demnach vorerst auf unbestimmte Zeit geschlossen. Ob die Einrichtungen in dieser Saison überhaupt noch einmal öffnen können, sei derzeit unklar.
Auf einem veröffentlichten Video wird das Ausmaß der Verwüstung deutlich: Zahlreiche abgeknickte und umgestürzte Bäume liegen am Boden, versperren teilweise Wege oder Durchgänge und haben Gebäude und Hütten unter sich begraben.
Ein weiterer Beitrag, der am Samstagmorgen geteilt wurde, zeigt einen schockierenden Vorher-Nachher-Vergleich. Während am Nachmittag noch die Sonne über dem idyllischen See schien und alles friedlich wirkte, ist davon auf dem zweiten Bild nichts mehr zu erkennen.
Waldgebiete in der Sächsischen Schweiz für Besucher gesperrt
"Die umgestürzten Bäume stehen teilweise unter enormer Spannung, viele sind verkeilt oder ineinander verkeilt und stellen eine akute Gefahr dar. Hier können ausschließlich Fachfirmen mit schwerster Forsttechnik arbeiten."
Der See, die Wege und das gesamte Gelände seien noch nicht wieder sicher. Es werde Zeit brauchen, bis dies wieder der Fall sei. Zunächst werde das gesamte Ausmaß der Schäden erfasst und die nächsten Schritte geplant.
Nach aktuellem Stand wurden 13 Menschen, teils schwer, verletzt. Ein 28-jähriger Mann wurde von einem umgestürzten Baum getroffen und erlag seinen Verletzungen.
Auch die Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz reagierte auf die schweren Unwetter. In der Nacht auf Samstag teilte sie mit, dass mehrere Waldgebiete gesperrt worden seien.
"Durch extreme Sturmböen wurden viele Bäume entwurzelt, umgeknickt oder in Mitleidenschaft gezogen. Um die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, gilt ab sofort ein striktes Betretungsverbot für die betroffenen Waldgebiete rund um den Amselgrund zwischen Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal", hieß es in der Mitteilung.
Eine genaue Einschätzung des Schadensausmaßes sei derzeit noch nicht möglich. Viele Waldwege seien durch umgestürzte Bäume versperrt. Es bestehe akute Lebensgefahr.