Schock-Preise an sächsischen Tankstellen: Jetzt lohnt sich Fahrt über die Grenze richtig

Rumburk/Bogatynia - Die Folgen des Nahost-Krieges bekommen Autofahrer in Sachsen immer stärker zu spüren. Mancherorts haben Tankstellen bereits Schock-Preise über der 2-Euro-Marke für Super-Benzin gemeldet. Ein Abstecher in die Nachbarländer kann daher sehr lohnenswert sein.

Ein Tank-Ausflug nach Tschechien dürfte sich derzeit vor allem in Wohnortnähe zur Grenze richtig auszahlen. (Archivbild)
Ein Tank-Ausflug nach Tschechien dürfte sich derzeit vor allem in Wohnortnähe zur Grenze richtig auszahlen. (Archivbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

So werden in Polen laut ADAC derzeit durchschnittlich 1,38 Euro pro Liter Super und 1,42 Euro pro Liter Diesel verlangt. Am Dienstagnachmittag lagen die Preise etwa an der AB-Tankstelle in Sieniawka nahe Zittau bei 1,40 Euro (Super 95) beziehungsweise 1,45 Euro (Diesel).

Noch günstiger geht es in Tschechien. Dort sind laut "Czech-Tourist" aktuell durchschnittlich 1,38 Euro pro Liter Super und 1,36 Euro pro Liter Diesel zu zahlen. Die Tankstellen-Kette "ONO" gibt in ihrer Preisliste für Dienstag einen Preis von 1,32 Euro Super 95) beziehungsweise 1,36 Euro (Diesel) - etwa für den Standort in Rumburk nahe Ebersbach-Neugersdorf - an.

Ganz anders sieht es dagegen auf deutscher Seite aus. Dort werden für Dienstagnachmittag deutlich höhere Preise zwischen 1,87 Euro und 1,92 Euro für E5 sowie 1,92 Euro bis 1,96 Euro für Diesel aufgerufen. Am Vormittag wurden sogar Spitzenwerte von 2,05 Euro beziehungsweise 2 Euro pro Liter erreicht - und das nicht nur in der Grenzregion, sondern bei Super auch beispielsweise in Dresden.

Historische Drahtseilbahn steht mehrere Wochen still
Sachsen Historische Drahtseilbahn steht mehrere Wochen still

Vergleichsweise ist das Tanken im Freistaat damit aktuell bis zu 73 Cent pro Liter Super beziehungsweise 64 Cent pro Liter Diesel teurer als im Ausland. Bei 40 Litern kann das bis zu 30 Euro ausmachen.

Ende des Preisanstiegs noch nicht in Sicht

Einige Tankstellen in Dresden knackten bereits die 2-Euro-Marke für einen Liter Super- wie hier auf der Grundstraße in Loschwitz.
Einige Tankstellen in Dresden knackten bereits die 2-Euro-Marke für einen Liter Super- wie hier auf der Grundstraße in Loschwitz.  © TAG24

Experten rechnen damit, dass der Aufwärtstrend in Deutschland zunächst anhält.

"Lieber heute als morgen tanken", rät Hans-Joachim Rühlemann (75), Vorsitzender des Tankstellenverbands (VGT Nord-Ost), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Hamsterkäufe seien bislang jedoch nicht geschehen. "Das kennen wir noch aus der Corona-Zeit: Die Menschen halten sich zurück und vergleichen die Preise."

Neues sächsisches Polizeigesetz: Aktionsbündnis warnt vor "Überwachungsstaat"
Sachsen Neues sächsisches Polizeigesetz: Aktionsbündnis warnt vor "Überwachungsstaat"

Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa, TAG24

Mehr zum Thema Sachsen: