Storchen-Boom in Sachsen "dank" spanischem Müll

Von Sebastian Münster

Dresden - In Sachsens Dörfern klappert es wieder gewaltig: Der Weißstorch erlebt im Freistaat einen echten Boom! Mit mindestens 495 Brutpaaren - wahrscheinlich sogar über 500 - erreicht der Bestand den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen.

Ursache für den Nachwuchsmangel ist nach Angaben der Experten, dass zu viele der Küken verendeten.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Doch hinter dem Storchen-Hoch steckt eine überraschende Wahrheit: Ausgerechnet Spaniens offene Müllkippen treiben den Boom an.

Immer mehr sogenannte "Westzieher" überwintern nicht mehr in Afrika, sondern in Westeuropa - dort finden sie auf Deponien reichlich Futter und sparen sich den gefährlichen Langstreckenflug.

Für Naturschützer ist das allerdings ein zweischneidiges Schwert. Denn obwohl die Zahl der Brutpaare steigt, fehlt es an Nachwuchs.

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Viele Küken verhungern, werden aus dem Nest geworfen oder überleben ihre ersten Flugversuche nicht. Experten warnen deshalb: Der aktuelle Aufschwung steht auf wackligen Beinen!

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Nach Angaben der Dresdner Nabu-Experten gibt es im Freistaat vor allem seit 2018 stetig mehr Störche.  © Robert Michael/dpa

Besonders brisant: Sollte Spanien seine offenen Müllkippen schließen müssen - die EU verklagt das Land bereits wegen Verstößen gegen Umweltauflagen -, könnte der "Storchen-Boom" abrupt enden.

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