Über Sachsens Arbeitsmarkt ziehen dunkle Wolken auf
Dresden - Noch mehr dunkle Wolken über dem Arbeitsmarkt: Klaus-Peter Hansen (64) rechnet als Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr. Globale Krisen und eine Wirtschaftsflaute bringen Sachsens Arbeitsmarkt in Bedrängnis.
"Das Jahr 2025 war kein gutes, aber ein stabiles Jahr", resümierte Klaus-Peter Hansen. Als Optimist schaut er zuerst stets auf die positiven Erkenntnisse.
2025 zeigte, dass Jobsuchende in Sachsen sehr bemüht sind und sich nicht tatenlos ihrem Schicksal ergeben. Ein Indiz dafür: Die Pendlerquote steigt (wieder). Menschen sind bereit, weitere Wege zur Arbeit auf sich zu nehmen.
Die Vermittlung von ausgebildeten Fachkräften gelingt der Agentur. Es bleibt dabei: Je höher die Qualifikation, desto geringer das Risiko, seinen Job zu verlieren. Probleme gibt es da, wo Abschlüsse fehlen und es zum Beispiel an Sprachkenntnissen und digitalen Kompetenzen mangelt.
25 Prozent der Arbeitslosen in Sachsen haben einen Migrationshintergrund. Die Erfolgsgeschichte der Vermittlung von Flüchtlingen in Arbeit kann nicht fortgeschrieben werden angesichts der schlechten Wirtschaftslage.
Vor allem das energieintensive produzierende Gewerbe baut Stellen ab
Sorge bereitet Hansen, dass die (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung wieder gesunken ist. 2025 ging sie gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent zurück (entspricht einem Minus von 12.439 Beschäftigten). Vor allem das energieintensive produzierende Gewerbe baut Stellen ab.
"Zudem wird das Gesicht der Arbeitslosigkeit immer jünger", so Hansen. Mehr als 15.000 Jugendliche stehen gegenwärtig ohne Job auf der Straße. Berufsanfängern fällt es schwer, im Job Fuß zu fassen. Die Arbeitgeber stellen gegenwärtig lieber erfahrene Arbeitskräfte ein, wenn sie denn überhaupt einstellen.
Hansen rechnet damit, dass Sachsen sich 2026 an Arbeitslosenquoten jenseits der 7-Prozent-Marke gewöhnen muss. "Das ist aber noch kein Weltuntergang", meint der Arbeitsmarktexperte.
Im Dezember waren in Sachsen fast 148.300 Menschen ohne Job – und somit 1,7 Prozent mehr als im November und 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 6,9 Prozent. 2026 stehen der BA in Sachsen 500 Millionen Euro für ihre Arbeit (Maßnahmen, Qualifikationen) zur Verfügung.
Titelfoto: Bildmontage: dpa/Sebastian Kahnert, Christian Juppe

