Wirklich günstig? Das sagen die Sachsen zum neuen Tank-Rabatt

Sachsen - Seit Freitag gilt der Tankrabatt - Tanken soll wieder erschwinglicher werden. Doch viele Sachsen zweifeln an seiner Wirkung. TAG24 hat bei Autofahrern nachgehakt.

Enni Kockert (27) aus Dresden: "Benzin ist weiterhin viel zu teuer."  © Picxell/Stefan Häßler

Freitag, Punkt 0 Uhr, trat die von der Bundesregierung initiierte Reduzierung bei Steuern auf Super und Diesel um genau 16,7 Cent pro Liter in Kraft.

"Ich dachte zuerst, die wollen uns veräppeln", sagte André Lesche (35), den TAG24 am Feiertag an einer Servicestation in Leipzig traf.

Er hatte beobachtet, dass Diesel am Vortag von 2,23 auf 2,39 Euro hochging. "Heute lag der Preis bei 2,02 Euro." Trotz der positiven Überraschung verzichtete er aufs Tanken. Vorerst.

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Saskia Eggeling (34) aus Leipzig hat ihren Gebrauchten erst seit zwei Wochen. Sie bezweifelt, dass die volle Steuersenkung von 17 Cent von den Mineralölkonzernen an die Kunden weitergegeben wird. "Aber wir haben heute trotzdem vollgetankt."

Resigniert sagte auch Enni Kockert (27) aus Dresden: "Der Rabatt verpufft. In Deutschland ist Benzin weiterhin viel zu teuer."

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Biker Ingolf Glaubitz (67) fände ein Literpreis bei höchstens 1,80 Euro angemessen, aber nicht mehr.  © Picxell/Stefan Häßler

Für viele ist der Literpreis weiterhin zu hoch

Gabriel Schnur (21) und Gustav Rost (21) tankten bei TotalEnergies an der Bautzner Straße in Dresden. Einhelliger Tenor: Lieber wieder das 9-Euro-Ticket einführen.  © Picxell/Stefan Häßler

Biker Ingolf Glaubitz (67) hat eine klare Preisvorstellung: "Der Literpreis müsste bei 1,70 oder 1,80 Euro liegen."

Andere blieben gelassen, obwohl die Preise am Mittag wieder nach oben schnellten. Gustav Rost (21) und Gabriel Schnur (21) tankten 12 Liter Benzin für 25 Euro, meinten: "Die Bundesregierung sollte Anreize setzen, auf den ÖPNV oder das Rad umzusteigen. Zum Beispiel wieder das 9-Euro-Ticket einführen."

Trabi-Fahrer Justin Bloß (26) aus Chemnitz fand die gestrigen Preise deutlich günstiger als letzte Woche. "Der Rabatt ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und könnte eine dauerhafte Lösung werden."

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Für Michael Bart (62), der einen Zwischenstopp in Chemnitz einlegte, ist die Steuerreduzierung Augenwischerei: "Das ist temporär - wo ist der Benefit?"

Trabi-Fahrer Justin Bloß (26) aus Chemnitz tankte am Freitag deutlich billiger als letzte Woche.  © Uwe Meinhold

Bundeswirtschaftsministerium beobachtet Weitergabe des Tankrabatts

So viel kostete Sprit nach Inkraftreten des Tankrabatts an der Aral-Tankstelle auf der Neefestraße in Chemnitz.  © Uwe Meinhold

Die Spritpreise waren nach ADAC-Angaben bundesweit noch in der Nacht teilweise unter die 2-Euro-Marke gesunken.

Im sächsischen Städtevergleich tankten Kunden in allen drei Kategorien - Diesel, Super E 5 und E 10 - in Chemnitz am günstigsten. In Leipzig dagegen mussten sie am tiefsten in die Tasche greifen.

Der Liter Diesel kostete am Erzgebirgsrand laut der App "mehr-tanken" am Vormittag teilweise nur 1,91 Euro, während die Preise in Leipzig nicht unter 2,04 Euro fielen.

Ernüchternd: Nach 12 Uhr zogen die Spritpreise flächendeckend wieder an, am kräftigsten bei Diesel in Dresden, der bis zu 2,19 Euro pro Liter kostete.

Damit sanken die Benzinpreise insgesamt weit weniger als erwartet. Weiter fallende Preise sind aber nicht ausgeschlossen. Der Tankrabatt gilt volle zwei Monate.

Das Bundeswirtschaftsministerium kündigte an, die Weitergabe des Tankrabatts "genau im Blick behalten" zu wollen.

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