Wo sind diese Berge hin? Streusalz in Sachsen wird immer knapper

Von André Jahnke

Leipzig - Zwar taut es aktuell etwas in Sachsen, trotzdem werden wegen des lange anhaltenden Winterwetters die Streusalz-Vorräte immer knapper.

Unter anderem Autobahnen haben bei den Zulieferern Priorität.
Unter anderem Autobahnen haben bei den Zulieferern Priorität.  © David Hammersen/dpa

Einschränkungen im Winterdienst auf größeren Straßen gibt es aber bisher nicht, auch wenn die Vorräte in den Landkreisen und kreisfreien Städten schneller schrumpfen als in den Vorjahren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Erste Probleme gibt es aber in einigen wenigen Kommunen.

Der Freistaat hat keine eigenen Streusalzlager und die Kommunen und Landkreise sind für die Beschaffung von Streusalz selbst verantwortlich, wie das Ministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung mitteilte.

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Die Kommunen orientierten sich dabei an Erfahrungswerten aus den Vorjahren, an ihren Lagerkapazitäten und an wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Daher könnten bei kleineren Lagern Engpässe schneller spürbar werden, insbesondere dann, wenn mehrere Kältephasen kurz hintereinander auftreten.

Zudem bevorzugten die Zulieferer bei hoher Nachfrage zunächst systemrelevante Infrastruktur wie Autobahnen und Flughäfen. Dadurch kann es laut Ministerium punktuell zu Verzögerungen bei der Belieferung kommen.

Engpässe und Einschränkungen im Winterdienst in kleineren Städten

Das Salzlager der Leipziger Stadtreinigung war im November voll, mittlerweile wurden von 4400 Tonnen Streusalz mehr als 4000 verbraucht.
Das Salzlager der Leipziger Stadtreinigung war im November voll, mittlerweile wurden von 4400 Tonnen Streusalz mehr als 4000 verbraucht.  © Jan Woitas/dpa

So musste der Winterdienst unter anderem in Großenhain (Landkreis Meißen) und Lugau (Erzgebirgskreis) auf die Hauptverkehrsstraßen und Rettungswege reduziert werden.

"Wir haben so viel bestellt wie in den Vorjahren auch und überdies sind die Lagerkapazitäten begrenzt", sagte Großenhains Oberbürgermeister Sven Mißbach (parteilos). Zuletzt habe es so viel Eisregen wie schon lange nicht mehr geben. "Wir warten auf die Nachlieferungen."

Zwar haben die Landkreise eigenen Angaben zufolge noch ausreichende Streumittel in den Lagern, aber nicht genug, um betroffenen Kommunen auszuhelfen, bei denen es knapp wird. "Da kein Salznotstand auf den übergeordneten Straßen provoziert werden darf, kann den Gemeinden keine Zusage zu einer Weitergabe von Streusalz erteilt werden. Es muss zukünftig darauf geachtet werden, genügend Salzreserven vorzuhalten", hieß es vom Landratsamt Zwickau.

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Auch andere Landkreise verbrauchten in diesem Winter derart viel Streusalz, dass nichts an andere Kommunen abgegeben werden könne. So wurden im Landkreis Leipzig bereits mehr als 4000 Tonnen verbraucht. In den vergangenen zehn Jahren waren es im Durchschnitt etwa 3000 Tonnen für die gesamte Winterperiode.

Hilfe für Kommunen mit Engpässen gibt es dagegen vom Erzgebirgskreis. "Unsere Straßenmeistereien haben bereits anfragende Kommunen aus dem Erzgebirgskreis mit Streusalz unterstützt. Aber jeweils unter der Maßgabe, den eigenen Winterdienst mit den vorrätigen Mitteln ordnungsgemäß durchführen zu können", hieß es von dort.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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