Zecken-Alarm in Sachsen: Hier werden die meisten Borreliose-Fälle gemeldet

Sachsen - Achtung, Zecken! In Sachsen schlagen die kleinen Biester immer wieder zu. Dabei übertragen die lästigen Parasiten auch Krankheiten - Borreliose zum Beispiel. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Fälle dramatisch an. Zwei Landkreise stechen bei den Fallzahlen besonders hervor.

Zecken: Immer wieder sorgen die kleinen Parasiten für Ärger. In Sachsen stieg die Zahl der Borreliose-Fälle im Vergleich zu 2023 rasant an.  © DPA

Wie haben sich die Borreliose-Fälle in den vergangenen Jahren in Sachsen entwickelt? Das wollte die AfD-Landtagsabgeordnete Katja Dietz (56) von der sächsischen Landesregierung in einer Kleinen Anfrage wissen. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (67, SPD) antwortete.

Demnach gab es im Jahr 2023 insgesamt 1484 gemeldete Borreliose-Fälle, 2025 waren es bereits 2634 - ein Anstieg von etwa 77 Prozent!

Hier wurden 2025 die meisten Erkrankungen gemeldet:

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  • Erzgebirgskreis - 446 Fälle

  • Landkreis Mittelsachsen - 444 Fälle

Dicht dahinter folgen:

  • Sächsische Schweiz-Osterzgebirge - 312 Fälle
  • Landkreis Zwickau - 299 Fälle

  • Vogtlandkreis - 286 Fälle

Ganz hinten liegt der Landkreis Leipzig mit 29 Fällen, auch im Landkreis Görlitz und im Landkreis Nordsachsen gab es lediglich 71 gemeldete Borreliose-Fälle. Der Landkreis Meißen (206) liegt im Mittelfeld.

Bedeutet: Vor allem in Süden und Südwesten Sachsens trat Borreliose 2025 besonders häufig auf. Wer im Erzgebirge, Mittelsachsen oder im Vogtland unterwegs ist, sollte sich besonders gut vor Zecken schützen.

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Zecken lauern oftmals in Wäldern auf ihre Opfer - sie sind vor allem in Bodennähe anzutreffen.  © 123RF/ lianem
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (67, SPD) informierte über die Borreliose-Fälle im Freistaat  © Holm Helis

Borreliose-Alarm in Sachsen: So schützt Ihr Euch

Wer nach einem Zeckenstich eine kreisrunde Rötung entdeckt, sollte einen Arzt aufsuchen.  © Harry Melchert/dpa

Die Zeckenzeit beginnt in der Regel im März und dauert bis Oktober/November. Vor allem in Risikogebieten (darunter zählt laut dem Robert Koch-Institut ganz Sachsen - außer der Landkreis Nordsachsen und die Stadt Leipzig) sollten sich Waldspaziergänger besonders gut schützen.

Dazu zählt: beim Aufenthalt im Grünen lange Kleidung und feste Schuhe tragen. Zeckenschutzmittel können zusätzlich helfen. Nach dem Spaziergang den Körper gründlich absuchen. Damit kann eine Infektion mit Borreliose weitestgehend verhindert werden.

Sollte dennoch eine Zecke entdeckt werden, einfach vorsichtig mit einer Pinzette entfernen und die Stelle weiter beobachten. Sollte sich eine kreisrunde Rötung um die Einstichstelle bilden, unbedingt einen Arzt aufsuchen - es könnte sich um Borreliose handeln.

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Die Infektion geht mit grippeähnlichen Symptomen einher, kann sich unbehandelt weiter ausbreiten. Mit Antibiotika lässt sich Borreliose allerdings gut behandeln.

Zecken sind kaum größer als ein Stecknadelkopf und klettern auf der Haut herum, bis sie eine geeignete Stelle gefunden haben - meist sind es die Achseln oder Kniekehlen.  © Marijan Murat/dpa

Übrigens: Zecken können ebenfalls die gefährliche Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Glücklicherweise gibt es dagegen - anders als bei Borreliose - eine Impfung.

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